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Türkei: Erdogan lässt 168 mutmaßliche Gülen-Anhänger inhaftieren

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Die türkischen Behörden haben am Dienstag 168 Personen inhaftiert, darunter auch Militärangehörige. Der Grund seien Verbindungen zu einem angeblichen Gülen-Netzwerk, das den Putsch im Jahr 2016 gesteuert haben soll.

ISTANBUL, 26. November (WNM/Reuters/Ali Kucukgocmen) – Die türkischen Behörden haben am Dienstag 168 Personen inhaftiert, darunter auch Militärangehörige. Der Grund seien Verbindungen zu einem angeblichen Gülen-Netzwerk, das den Putsch im Jahr 2016 gesteuert haben soll. 

Die Regierung in Ankara greift seit 2016 hart gegen mutmaßliche Anhänger von Fethullah Gülen, einem in den USA lebenden muslimischen Geistlichen, durch. Beim damaligen Putschversuch kamen rund 250 Menschen ums Leben. 

Die Staatsanwaltschaft in Istanbul gab bekannt, dass zwei Zivilisten und 52 Militärangehörige festgenommen wurden, darunter zwei pensionierte Oberste, ein Oberstleutnant im aktiven Dienst sowie zwei Majore, die bereits aus dem Militärdienst entlassen wurden. 

Die Polizei in Istanbul sagte, sie habe 15 von 27 Personen festgenommen, gegen die die Staatsanwälte in einer separaten Untersuchung Haftbefehle verhängt hatten. Der Grund sei die Nutzung von ByLock, einer verschlüsselte Nachrichten-App, die von Gülens Netzwerk angeblich verwendet werde. 

In der Provinz Konya hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen 50 Personen erlassen, weitere 36 Soldaten wurden inhaftiert, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Fethullah Gülen bestreitet jegliche Beteiligung am Putschversuch. In den drei Jahren seit dem Putschversuch wurden mehr als 77.000 Menschen vorübergehend inhaftiert und etwa 150.000 Beamte und Militärangehörige wurden entlassen oder suspendiert.