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Türkische Staatsbanken drehen Istanbul den Geldhahn zu

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Istanbuls neuer Bürgermeister Ekrem Imamoglu sagt, dass die staatseigenen Banken seit dem CHP-Wahlsieg keine Kredite mehr an die Stadt vergeben. Istanbul sei damit gezwungen, Kredite aus dem Ausland aufzunehmen.

ISTANBUL, 25. November (WNM/Reuters/Birsen Altayli/Ezgi Erkoyun) – Istanbuls neuer Bürgermeister Ekrem Imamoglu sagt, dass die staatseigenen Banken seit dem CHP-Wahlsieg keine Kredite mehr an die Stadt vergeben. Istanbul sei damit gezwungen, Kredite aus dem Ausland aufzunehmen. 

Ekrem Imamoglus oppositionelle CHP hatte im Juni in Istanbul einen Wahlsieg über die regierende AKP von Präsident Tayyip Erdogan errungen. Laut Imamoglu benötigt die Stadt mehr als 20 Milliarden Lira (3,5 Milliarden US-Dollar) zur Finanzierung, mehr als die Hälfte davon für die ins Stocken geratenen U-Bahn-Projekte.

Imamoglu sagte, dass bisher alle kommunalen Transaktionen und Gehaltszahlungen über staatliche Banken getätigt wurden. Die Stadt würde sich nun zunehmend auf ausländische Kreditgeber und private türkische Banken stützen, sagte er.

„Die Staatsbanken gewähren seit der Wahlniederlage nicht einmal mehr die routinemäßigen Kredite. Die Türen der Staatsbanken sind für uns geschlossen“, sagte Imamoglu. „Ich verurteile die Manager dieser Banken, die diese Haltung gegenüber der Stadt zeigen. Ich habe die letzten fünf Monate Geduld gezeigt“, fügte er hinzu.

Imamoglu hatte im November Paris, Berlin und London besucht, um für einen Teil der Finanzierung der U-Bahn-Projekte zu werben. Dabei konnten ein Kreditvertrag über 86 Millionen Euro von der französischen Entwicklungsagentur und einen Kredit über 110 Millionen Euro von der Deutschen Bank abgeschlossen werden.