Süd-Nord-Transfer: China verdoppelt Wasserversorgung für trockenen Norden

| 13. Dezember 2019, 0:01

SHANGHAI, 12. Dezember (WNM/Reuters/David Stanway). China will die Menge an Wasser, die es vom hochwassergefährdeten Süden in die trockenen nördlichen Regionen leitet, verdoppeln, sagen die chinesischen Behörden. 

Das umstrittene, sogenannte „Süd-Nord-Wassertransferprojekt“ wurde erstmals 1952 als Abhilfe gegen Überschwemmungen im Süden und Dürren im Norden vorgeschlagen. Kritiker sagen jedoch, dass die Kosten des Projekts zu hoch sind und die Umleitung von verschmutztem Wasser in andere Regionen die dortigen Seen und Flüsse kontaminieren könnte. 

Die erste Phase des Projekts, die vor fünf Jahren abgeschlossen wurde, verbindet den Jangtse und den Gelben Fluss über zwei Hauptrouten in Ost- und Zentralchina mit einer geplanten weiteren Route im Westen. 

Derzeit laufen die Vorarbeiten für die zweite Phase, in der die jährliche Förderkapazität von 8,77 Milliarden Kubikmetern auf 16,5 Milliarden Kubikmeter erhöht werden soll, sagte Shi Chunxian, Leiter des Planungsbüros des Ministeriums für Wasserressourcen. 

Shi sagte, dass die Phase II die Provinzen Anhui und Shandong sowie Regionen um Peking versorgen werde. China werde die vorhandene Infrastruktur voll ausnutzen, um die Umweltauswirkungen des Ausbaus zu minimieren. 

Das Projekt lieferte bisher in fünf Jahren insgesamt fast 30 Milliarden Kubikmeter Wasser in den Norden und versorgte damit 120 Millionen Menschen, sagte Vize-Wasserminister Zhang Youguang. 

Um Platz für das Projekt zu machen wurden 345.000 Menschen umgesiedelt. Kritiker sagen, dass das Projekt außerdem nicht die Probleme des übermäßigen Wasserverbrauchs der chinesischen Industrie sowie undichter städtischer Leitungssysteme löst. 

Chinas Pro-Kopf-Wasserverbraucht macht etwa ein Viertel des globalen Durchschnitts aus. Ministerpräsident Li Keqiang sagte im November, dass neue Kanäle erforderlich seien, um mehr Wasser in den Norden zu liefern und wachsende Versorgungsprobleme zu lösen.