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BIZ warnt: Zentralbanken können Welt nicht vor Klimawandel retten

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Die Zentralbanken können die Welt nicht vor dem Klimawandel retten, heißt es in einem neuen Buch der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Stattdessen fordert die Bank globale Zusammenarbeit, die von Regierungspolitik bis hin zur Finanzregulierung reicht.

BASEL/LONDON, 20. Januar (WNM/Reuters/Marc Jones/John Revill) – Die Zentralbanken können die Welt nicht vor dem Klimawandel retten, heißt es in einem neuen Buch der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Stattdessen fordert die Bank globale Zusammenarbeit, die von Regierungspolitik bis hin zur Finanzregulierung reicht.

Das Buch mit dem Titel „The Green Swan“, angelehnt an der Theorie eines „Black Swan“-Ereignisses, warnt vor den möglichen seismischen Auswirkungen des Klimawandels auf das Finanzsystem der Welt (https://www.bis.org/publ/othp31.htm). 

Die Zahl der Extremwetterereignisse haben sich in den letzten 40 Jahren vervierfacht. Nur noch 44 Prozent der finanziellen Verluste, die durch diese Art von Ereignissen verursacht werden, seien in den Vereinigten Staaten abgedeckt. In Asien seien es nur acht Prozent und in Afrika nur drei Prozent. 

„Ich denke wir stehen kurz davor, etwas zu beobachten, das hinter der nächsten systemischen Finanzkrise stehen könnte“, sagte Luiz Awazu Pereira Da Silva, einer der Autoren des Buches, zu Reuters.

Wenn die extremeren Klimaszenarien realistisch werden, dann könnten die Zentralbanken, die in der Finanzkrise eine entscheidende Rolle gespielt haben, aufgefordert werden, als „Klimaretter der letzten Instanz“ einzuspringen. 

„Es gibt aber keinen Königsweg“, warnte Pereira Da Silva. „Die Zentralbanken werden die Welt nicht wieder retten.“ 

In dem Buch heißt es, die derzeitige Regulierung der Eigenkapitalanforderungen für Banken könne die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels auf das Finanzsystem nicht abmildern. 

Stattdessen sei eine Mischung aus Ansätzen von Regierungen, Zentralbanken sowie Kapitalanforderungen erforderlich. Dies würde jedoch eine beispiellose internationale Zusammenarbeit zu einer Zeit erfordern, in der der globale Finanzrahmen „ernsthaft gefährdet“ sei, heißt es in dem Buch. 

Die Aufsichtsbehörden überwachen Risiken anhand historischer Daten und Annahmen, die „für die Beurteilung künftiger klimarelevanter Risiken weitgehend irrelevant“ seien. 

Die Bewertung der Risiken erfordere daher eine Umstellung des regulatorischen Ansatzes. Damit sei in der Finanzwelt bereits durch die Entwicklung zukunftsweisender, szenariobasierter Risikomanagement-Methoden begonnen worden.