UNO: Welt muss sich auf „Millionen“ Klima-Flüchtlinge einstellen

| 22. Januar 2020, 6:30

DAVOS, Schweiz, 21. Januar (WNM/Reuters/Luke Baker) - Laut dem Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen muss sich die Welt auf einen Flüchtlingsanstieg vorbereiten, bei dem potenziell Millionen Menschen aufgrund des Klimawandels aus ihren Häusern vertrieben werden. 

Im Gespräch mit Reuters auf dem Weltwirtschaftsforum erklärte Filippo Grandi, ein Urteil der UNO diese Woche habe dazu geführt, dass die aufgrund des Klimawandels flüchtenden Menschen von den Empfängerländern als Flüchtlinge behandelt werden müssen. Das habe weitreichende Auswirkungen auf die Regierungen. 

Das Menschenrechtskomitee der UNO hat am Montag das wegweisende Urteil in Bezug auf Ioane Teitiota aus dem pazifischen Staat Kiribati erlassen. Ioane Teitiota hatte Neuseeland geklagt, nachdem die Behörden den Asylantrag abgelehnt hatten. 

„Das Urteil besagt, dass wenn aufgrund des Klimawandels eine unmittelbare Gefahr für das Leben besteht, und wenn man die Grenze überschreitet und in ein anderes Land reist, dann sollte man nicht zurückgeschickt werden. Der Grund ist, dass man damit sein Leben gefährden würde – genau wie aufgrund eines Krieges oder einer Verfolgung“, sagte Grandi. 

„Wir müssen auf eine große Zahl an Menschen vorbereitet sein, die sich gegen ihren Willen bewegen", sagte er. „Ich würde es nicht wagen, über bestimmte Zahlen zu sprechen, es ist zu spekulativ, aber wir reden hier sicherlich über Millionen." 

Mögliche Gründe seien Waldbrände wie in Australien, der Anstieg des Meeresspiegels auf tief liegenden Inseln, die Zerstörung von Nutzpflanzen und Vieh in Afrika südlich der Sahara und Überschwemmungen weltweit, auch in Teilen der Industrieländer. 

„Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass Flüchtlingsbewegungen und das umfassendere Problem der Bevölkerungsmigration ... eine globale Herausforderung sind, die sich nicht auf wenige Länder beschränken lässt", sagte Grandi.