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Bericht: Konflikte um Land und Wasser weltweit weiter verschärft

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Konflikte um Land und Wasser haben sich weltweit weiter verschärft. Die Gründe seien einerseits der Kampf um knappe Ressourcen und eine gestiegene Feindseligkeit gegenüber indigenen Völkern, erklären zwei aktuelle Berichte.

BANGKOK, 10. Dezember (WNM/Reuters/Rina Chandran) – Konflikte um Land und Wasser haben sich weltweit weiter verschärft. Die Gründe seien einerseits der Kampf um knappe Ressourcen und eine gestiegene Feindseligkeit gegenüber indigenen Völkern, erklären zwei aktuelle Berichte. 

Laut der Menschenrechtsgruppe PAN Asia Pacific wurden von Januar bis November 2019 in 23 Ländern bisher mindestens 108 Menschen getötet, die ihren Grund und Boden vor der Ausbreitung von Industrieprojekten schützen wollten. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurden 91 Menschen getötet. 

Die Philippinen waren mit 50 Todesfällen bereits zum dritten Mal in Folge das gefährlichste Land weltweit, besagt der Bericht. In Kolumbien wurden 27 Menschen getötet, in Brasilien neun, wobei die meisten Straftaten im Zusammenhang mit der Energie-, Bergbau-, Plantagen- und Holzindustrie begangen wurden. 

„Menschen ohne Grundbesitz sind mehr denn je Risiko ausgesetzt – insbesondere, wenn die Missachtung ihrer Rechte mit einer konservativen Politik und einer Umweltkrise einhergeht“, sagte Arnold Padilla, ein regionaler Koordinator bei PAN Asia Pacific. 

Auch die Menschenrechtsgruppe Global Witness mit Sitz in Großbritannien sieht die Philippinen als das tödlichste Land für Landrechtsaktivisten. 

In Brasilien sind die indigenen Stämme zunehmender Gewalt ausgesetzt. Zwei indigene Männer wurden in der vergangenen Woche erschossen, schreibt Reuters. 

Der Bau von Wasserkraftwerken weltweit – von Chile bis nach Kambodscha – hat zehntausende Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und die Ökosysteme zerstört, so International Rivers.

Insgesamt haben Dammkraftwerke bisher weltweit mehr als 80 Millionen Menschen vertrieben und nach Angaben von International Rivers bis zu eine halbe Milliarde Menschen indirekt betroffen. 

Chinesische Firmen seien durch die Belt and Road-Initiative mittlerweile die wichtigsten Akteure im Dammbau-Geschäft, sagte International River.