Investoren warnen vor drastischem Wertverlust durch Klimapolitik

| 3. Februar 2020, 13:59

LONDON, 3. Februar (WNM/Reuters/Ron Bousso) – Die strengeren staatlichen Klima-Regulierungen könnten zu einem Wertverlust von bis zu 2,3 Billionen US-Dollar für Unternehmen führen, warnt eine Investorengruppe in einem Bericht. Besonders betroffen seien die Hersteller fossiler Brennstoffe, die Landwirtschaft und die Autobauer. 

In den kommenden Jahren werden sich die Bemühungen der Länder, die CO2-Emissionen weiter zu senken, um den Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 nachzukommen, stark beschleunigen. 

Laut PRI (Principles of Responsible Investing), einer Gruppe von Anlegern mit einem verwalteten Vermögen von 86 Billionen US-Dollar, könnte eine plötzliche Änderung der Klimapolitik die aktuellen Anlagestrategien erheblich beeinträchtigen. 

„Der Klimawandel ist zur Realität geworden, der soziale Druck nimmt zu und Lösungen mit geringem CO2-Ausstoß werden immer billiger. Es ist somit höchst unwahrscheinlich, dass die Regierungen dieser Welt einen weiteren Temperaturanstieg einfach hinnehmen werden, ohne schon frühzeitig harte Maßnahmen dagegen zu setzen“, sagt PRI-CEO Fiona Reynolds. „Das ist eine enorme Bedrohung für die Vermögenswerte und das gesamte System“. 

Am stärksten gefährdet sei der fossile Brennstoff-Sektor, der ein Drittel seines aktuellen Wertes einbüßen könnte, heißt es in dem Bericht. Auf fossile Brennstoffe entfallen rund zwei Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen. Unternehmen aus der Kohle-Industrie könnten bis zu 44 Prozent an Wert verlieren, die weltweit führenden Öl- und Gasunternehmen laut dem Bericht bis zu 31 Prozent. 

Diese Verschiebung führe jedoch auch zu Gewinner: Autohersteller, die stark in Elektrofahrzeuge investieren, und Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die CO2-armen Strom einsetzen, könnten ihre Werte mehr als verdoppeln, heißt es in dem Bericht.