Jede vierte 45- bis 54-jährige Frau mit hoher Bildung hat keine Kinder

| 23. Juni 2020, 11:15
Kinder (Bess Hamiti/Pexels)

BERLIN, 23. Juni (WNM/Destatis) – Ein Viertel (25 Prozent) der 45- bis 54-jährigen Frauen mit hohem Bildungsstand gaben 2018 an, kinderlos zu sein, während dies auf weniger als ein Sechstel (15 Prozent) der Frauen mit niedrigem Bildungsstand zutraf. Mütter mit niedrigem Bildungsstand hatten zudem häufiger mehr Kinder. In dieser Gruppe hatte jede dritte Mutter drei oder mehr Kinder, bei den Frauen mit mittlerem oder hohem Bildungsstand dagegen nur jede sechste Mutter.

Die Situation in der Familie steht in deutlichem Zusammenhang mit den Bildungserfolgen von Kindern. Drei Risikolagen sind zu benennen: Niedriger Bildungsstand der Eltern (Risiko des formal gering gebildeten Elternhauses), elterliche Erwerbslosigkeit (soziale Risikolage) und Armutsgefährdung des Haushalts (finanzielle Risikolage).

Von diesen Risikolagen betroffene Kinder erlangen seltener die Hochschulreife und nehmen auch seltener eine Hochschulausbildung auf. 2018 waren 29 Prozent aller unter 18-Jährigen in Deutschland von mindestens einer dieser drei Risikolagen betroffen, in Brandenburg waren es 27 Prozent, in Berlin 35 Prozent. In Berlin lebte jedes siebte minderjährige Kind (15 Prozent) mit erwerbslosen Eltern in einem Haushalt. Das war nach Bremen der zweithöchste Wert der sozialen Risikolage unter den Bundesländern. In Brandenburg waren rund 7 Prozent der minderjährigen Kinder von einer bildungsbezogenen Risikolage betroffen und damit deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt mit 12 Prozent.

Auf Basis der amtlichen Statistiken sowie sozialwissenschaftlicher Daten und Studien wird im 8. nationale Bildungsbericht das gesamte Bildungsgeschehen von der vorschulischen Bildung bis zur Weiterbildung im Erwachsenenalter abgebildet und durch eine Analyse der Rahmenbedingungen für den Bildungserwerb vervollständigt. Um der Heterogenität der Bildungslandschaft in Deutschland gerecht zu werden, wird eine Vielzahl an Ergebnissen auch auf regionaler Ebene dargestellt. Das Schwerpunktthema des Berichts ist "Bildung in einer digitalisierten Welt": Die zunehmende Digitalisierung in allen Bildungsbereichen offenbart Potenziale, verweist aber zugleich auf noch bestehende Herausforderungen, die die Corona-Pandemie besonders deutlich macht.