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Bio-Tech: Färben von Jeans mittels Bakterien anstatt Chemikalien

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Um Jeans zu färben, werden giftige Chemikalien eingesetzt. Biotech-Firmen arbeiten daran, gentechnisch veränderte Bakterien und Mikroorganismen anstatt Erdöl und toxischer Substanzen für den Färbeprozess zu nutzen.

blue-jeans-close-up-cloth-denim-pants-603022 (NEOSiAM 2020 from Pexels)

LONDON, 3. Januar (WNM/BBC) – Um Jeans zu färben, werden giftige Chemikalien eingesetzt. Biotech-Firmen arbeiten daran, gentechnisch veränderte Bakterien und Mikroorganismen anstatt Erdöl und toxischer Substanzen für den Färbeprozess zu nutzen.

Die von Jacob Davis und Levi Strauss im Jahr 1873 erfundene Original-Jeanshose wurde mit pflanzlichem Indigo gefärbt. Ab 1882 wurde jedoch Indigo synthetisiert, und zur Herstellung von Denimblau werden jetzt große Mengen an Erdöl sowie toxische Substanzen wie Formaldehyd und Cyanid verwendet. 

Da Indigo nicht wasserlöslich ist, müssen giftigere Chemikalien hinzugefügt werden, um es in einen flüssigen Farbstoff umzuwandeln. Diese Chemikalien sind ätzend für Arbeiter und tödlich für Meereslebewesen.

Das U.S. Biotech-Unternehmen Tinctorium meint eine Antwort darauf gefunden zu haben: Gentechnisch veränderte Bakterien, die die Art und Weise widerspiegeln, wie die japanische Indigopflanze Polygonum Tinctorium ihre Farbe erzeugt und beibehält. 

„Da Bakterien starke Multiplikatoren sind, können wir diese Organismen unter den richtigen Bedingungen züchten, um ein viel skalierbareres und nachhaltigeres Farbstoffprodukt zu erzeugen, das nicht auf Erdöl angewiesen ist“, sagt Mitbegründerin Michelle Zhu zur BBC.

Das Unternehmen stellt bereits Garn her und arbeitet daran, in den nächsten zwei Jahren Jeans nach einem Verfahren herzustellen, das laut Zhu sowohl in Bezug auf die Kosten als auch den Preis mit den bestehenden Verfahren konkurrenzfähig sein wird.

Tinctorium ist nicht das einzige Unternehmen, das aggressive Chemikalien durch biotechnologisch hergestellte Organismen ersetzt. Laut Pili in Frankreich können durch den mikrobiellen Fermentationsprozess 100 Tonnen Erdöl und 10 Tonnen giftige Chemikalien pro Tonne Produkt eingespart werden. 

„Anstatt Erdöl als Rohstoff zu verwenden, werden bei dem Verfahren nachwachsende Rohstoffe wie landwirtschaftliche Abfälle verwendet, die durch Mikroorganismen anstelle von ätzenden Chemikalien umgewandelt werden“, sagt Marie-Sarah Adenis von Pili zur BBC. „Der Prozess verbraucht ungefähr fünfmal weniger Wasser und zehnmal weniger Energie, da Mikroben bei Raumtemperatur arbeiten“.