Wirecard: Spekulanten machten mit Kurssturz eine Milliarde Gewinn

| 1. Mai 2020, 17:27
Wirecard

MÜNCHEN, 30. April (WNM/Bezinga) – Nachdem die Wirecard AG Bedenken hinsichtlich Unstimmigkeiten in der Rechnungslegung nicht erfolgreich ausräumen konnten, brachen diese Woche die Kurse der Aktie massiv ein. Mit dem Kurssturz machten Spekulanten mit Leerverkäufen einen Gewinn von über einer Milliarde Euro. 

In einer Erklärung zur Entwicklung sagte Peter Hillerberg, Mitbegründer und CTO von ORTEX Global Equity Analytics in London, dem Finanzportal Benzinga: „ORTEX-Daten zeigen, dass über 20 Millionen Wirecard-Aktien ausgeliehen sind. Diese Aktien können jetzt für 50 Euro pro Aktie günstiger zurückgekauft werde. Das ergibt einen Gesamtgewinn von über einer Milliarde Euro für die Leerverkäufer.“ 

Laut Hillerberg gehören Marshall Wace LLP, Slate Path Capital LP, TCI Fund Management Limited und Viking Global Investors LP zu den größten Leerverkäufern. „Unsere Daten zeigen, dass einige der Vermögensverwalter bereits begonnen haben, die Gewinne zu realisieren. Die Mehrheit der Leerverkäufer hat jedoch ihre Short-Positionen auch nach dem jüngsten Preisverfall weiter erhöht."

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG wurde ursprünglich damit beauftragt, Vorwürfe in Bezug auf gefälschte Transaktionen und überhöhte Umsatzzahlen auszuräumen, was aber nicht gelangt, da KPMG die Umsätze für die Jahre 2016-2018 nicht ausreichend überprüfen konnte. Der aktivistische Investor Christopher Hohn von TCI Wirecard forderte nach dem KPMG-Bericht Wirecard-CEO Markus Braun zum Rücktritt auf.