Der Welterschöpfungstag 2026 fällt auf den 30. Juli. An diesem Tag wird die Menschheit das gesamte jährliche Budget der Natur an ökologischen Ressourcen und Dienstleistungen aufgebraucht haben. Dies geht aus einer Studie des Global Footprint Network hervor, der internationalen Nachhaltigkeitsorganisation, die den ökologischen Fußabdruck entwickelt hat, und der York University, die unter der Leitung von FoDaFo die nationalen Fußabdruck- und Biokapazitätskonten erstellt.
Aktuell nutzt die Menschheit die Natur 73 % schneller, als sich die Ökosysteme der Erde regenerieren können. Diese Übernutzung entspricht dem Verbrauch von 1,73 Erden. Es ist die höchste globale Übernutzung in der Geschichte der Menschheit. Diese Übernutzung ist möglich, weil das natürliche Kapital erschöpft werden kann. Eine solche Erschöpfung gefährdet die langfristige Ressourcensicherheit. Die Folgen sind sichtbar in Form von Entwaldung, Bodenerosion, Verlust der Artenvielfalt und der Anreicherung von CO₂ in der Atmosphäre, was zu häufigeren Extremwetterereignissen und sinkender Nahrungsmittelproduktion beiträgt.
Die Berechnung des Welterschöpfungstags wird hier erläutert. Im Wesentlichen wird das Datum anhand der neuesten Ausgabe der Nationalen Fußabdruck- und Biokapazitätsrechnungen (Ausgabe 2026) bestimmt. Diese Rechnungen liefern vollständige Daten bis einschließlich 2023 sowie Schätzungen für 2024 und 2025 auf Basis von Teildaten und Hochrechnungen. Das Global Footprint Network schätzte zudem die voraussichtlichen Ergebnisse für 2026 auf Grundlage vorläufiger und indikativer Daten.
UN-Organisationen und angeschlossene Organisationen liefern die Daten zur Berechnung des ökologischen Fußabdrucks und der Biokapazität. Da diese Datensätze regelmäßig aktualisiert werden, werden auch frühere Ergebnisse mitunter revidiert. Die bedeutendste Änderung in diesem Jahr war eine Aufwärtskorrektur der Kohlenstoffaufnahmefähigkeit der Ozeane. Zusammen mit einigen kleineren Anpassungen verschob sich der Erdüberlastungstag dadurch um acht Tage nach hinten gegenüber der Schätzung für 2025. Wichtig ist, dass diese Verschiebung auf aktualisierten Daten beruht und nicht auf einer tatsächlichen Reduzierung der Überlastung.
Gleichzeitig entwickelten sich die realen Trends in die entgegengesetzte Richtung. Im vergangenen Jahr vergrößerte sich die Kluft zwischen dem ökologischen Fußabdruck der Menschheit und der Biokapazität des Planeten, wodurch der Erdüberlastungstag um zwei Tage vorverlegt wurde.
Berücksichtigt man diese Effekte – acht Tage später aufgrund von Datenkorrekturen und zwei Tage früher aufgrund tatsächlicher Veränderungen –, so fällt der Erdüberlastungstag 2026 insgesamt sechs Tage später als 2025 auf den 30. Juli. Trotz dieses scheinbar späteren Datums stellt 2026 immer noch den höchsten jemals verzeichneten Wert der ökologischen Überlastung dar.
