Waldbrände in Europa verursachen bereits jetzt Kosten von drei Milliarden Euro

| 3. August 2026, 12:30

WNM - 3. August 2026 - Laut einer Analyse der Financial Times (FT) haben Waldbrände und Hitzewellen, die Frankreich, Spanien und andere Teile Europas heimsuchen, in diesem Jahr bereits Kosten von über drei Milliarden Euro verursacht. 

In den ersten beiden Monaten der Waldbrandsaison seien demnach fast eine halbe Million Hektar Land abgebrannt. Allein in den fünf am stärksten betroffenen Ländern der Eurozone, darunter Portugal, Griechenland und Rumänien, entstanden dadurch wirtschaftliche Kosten in Höhe von 3,1 Milliarden Euro. Dies übertrifft die Schätzungen der Europäischen Kommission, die von durchschnittlichen jährlichen Kosten von 2,5 Milliarden Euro für die gesamte EU ausgehen, deutlich.

Die Schätzungen der Financial Times basieren auf der Methodik, die auch den Zahlen der Kommission zugrunde liegt. Außerdem verwendet die FT auf entsprechenden Berechnungen der französischen Regierung. Sie stellen die sogenannten Wiederherstellungskosten dar, die für die Instandsetzung der abgebrannten Flächen in ihren ursprünglichen Zustand erforderlich sind – eine Möglichkeit, ihren wirtschaftlichen Wert zu erfassen.

Die durchschnittlichen Kosten pro Hektar für Wiederaufforstung und Pflege variieren je nach Land und spiegeln die Art der Landnutzung und das Alter des Waldes wider.

Die Gesamtauswirkungen dürften letztendlich weitaus höher ausfallen, so die FT. Versicherer, Haushalte und Unternehmen tragen nämlich bereits jetzt die Kosten für Sach- und Ernteschäden sowie die Beeinträchtigungen des Tourismus mitten im Sommer.

Leichte Entspannung in Griechenland 

Der Waldbrand in Westattika in Griechenland zeigte laut Kathimerini am Montag Anzeichen einer Besserung, doch die Feuerwehrleute kämpften weiterhin gegen die Flammen in mehreren Gebieten, darunter Kandili und Agia Skepi, wo sich die aktivste Brandfront befand. Feuerwehrsprecher Ioannis Artopios erklärte, die Lage habe sich in Psatha, einem Küstenort am Golf von Korinth, sowie entlang der nördlichen und nordöstlichen Brandfront in Richtung des Dorfes Vilia nordwestlich von Athen verbessert. Zu diesen Gebieten gehören Kryo Pigadi, Agios Nektarios und Agia Paraskevi.

Die Behörden warnten jedoch, es bestehe kein Anlass zur Sorglosigkeit, da Hunderte von Feuerwehrleuten weiterhin im Einsatz seien und Dutzende von Flugzeugen die Löscharbeiten aus der Luft unterstützten.

Die Löscharbeiten waren vom Tod zweier Besatzungsmitglieder am Sonntag überschattet worden, die bei der Kollision zweier gemieteter Bell-Hubschrauber in der Luft ums Leben kamen. Die Hubschrauber waren im Einsatz zur Bekämpfung des Waldbrandes nahe Psatha. Die griechische Polizei hat die ersten Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.