China eröffnet Seiden-Straße durch die Arktis

In dieser Woche eröffnet ein chinesisches Unternehmen seine erste Arktis-Route. Die Europäer haben die von Russland kontrollierte Route bisher gemieden - offiziell aus Umweltgründen.

In der Arktis will Norwegen Gas fördern . (Foto: Pixabay)

Die diversen Kriege, vor allem im Nahen Osten, behindern die internationale Seefahrt. Die Die Arktis gerät damit in den Blick als Alternative zu den traditionellen Schifffahrtsrouten der Welt, weil das schmelzende Polareis die Reise zwischen Europa und Asien verkürzt: Schiffe versuchen auf diesem Weg, maritime Engpässe zu umfahren. Das Eis schmilzt im Sommer weit genug südlich, sodass Schiffe ohne Eisbrecher passieren können.

Sea Legend, eine chinesische Containerreederei mit Fokus auf den türkischen und nordafrikanischen Markt, nimmt diese Woche den ersten regelmäßigen Containerdienst durch die Arktis auf. Das berichtet die Financial Times.

Der wöchentliche Dienst führt entlang der nordrussischen Küste zwischen Ningbo an der chinesischen Ostküste und Felixstowe in Großbritannien. Das Unternehmen hat den Dienst in Anlehnung an die Seidenstraße, die einst China und Europa verband, als „Eisseidenstraße“ bezeichnet.

Die Reise wird die übliche Fahrzeit von 40 Tagen zwischen den beiden Häfen je nach Bedingungen im Polarkreis um etwa die Hälfte verkürzen. Dieser Schritt folgt auf einen Rekord von 23 Durchfahrten durch die Nordostpassage im vergangenen Sommer, gegenüber 15 Fahrten im Jahr 2024.

Das Unternehmen erläutert auf seiner Website seine Strategie für „eine solide Logistikbasis für den internationalen Handel und die Transformation globaler Lieferketten“: „Im Zuge der Neuen Seidenstraße (BRI) hat das Unternehmen Schifffahrtsbrücken zwischen Fernost, dem Roten Meer, dem Mittelmeerraum und Nordafrika errichtet. Dank sicherer und effizienter Komplettservices wird jeder Container zu einem Bindeglied zwischen der Welt. Seit unserer Gründung Ende 2023 sind wir in Häfen wie Aden (Jemen), Dschibuti und Port Said (Ägypten) fest etabliert.“ Nun versucht Sea Legend, mit der Arktis einen zusätzlichen Pfad zu entwickeln.

Trotz geopolitischer Rivalitäten um die Kontrolle der Region interessieren sich Reedereien zunehmend für die Route, um Engpässe wie die Meerenge Bab al-Mandab zum Roten Meer zu umgehen, wo die Huthis, eine vom Iran unterstützte Militärgruppe, im vergangenen Monat erneut Drohungen aussprachen.

Allerdings könnte auch die Arktis bald zum Streitobjekt werden: Die Nordostpassage ist in 28 Abschnitte unterteilt, für die die von Rosatom kontrollierte Nordostpassageverwaltung je nach Eisbedingungen unterschiedliche Richtlinien festlegt. Das russische Staatsunternehmen erteilt die Genehmigungen für die Durchfahrt.

Europäische Unternehmen führen unter anderem Umweltbedenken an: Obwohl Maersk 2018 das erste Containerschiff über die Arktisroute zwischen Wladiwostok und St. Petersburg schickte, haben die dänische Reederei und viele andere europäische Unternehmen zugesagt, die Route nicht zu nutzen, um das empfindliche Ökosystem der Arktis nicht zu schädigen.

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