Nord Stream Sprengung: Die perfekte Illusion?

In Zagreb wird beim Drehen eines Films über Nord Stream ein angeblicher Täter der Sprengung verhaftet. Die Sache klingt kitschig.

Der Guardian bringt einen interessanten Bericht über die Verhaftung eines Mannes, der angeblich an der Sprengung der Nord Stream Pipelines mitgewirkt haben soll. Ob das wirklich stimmt ist völlig unklar. Wegen seiner pittoresken Ausschmückung ist der Fall fast zu filmreif, um wahr zu sein:

Der Guardian schwelgt:

„Anfang des Monats bemerkten Anwohner in Zagreb etwas Ungewöhnliches vor einem Art-déco-Gebäude. Sandsäcke und Barrikaden waren vor dem Hotel Esplanade aufgetaucht, ebenso wie ein Filmteam und Statisten in ukrainischen Militäruniformen. Kurz darauf wurden die Schauspieler Sean Penn und Adrien Brody am Set in der kroatischen Hauptstadt gesichtet, zusammen mit Doug Liman, dem Hollywood-Regisseur der Jason-Bourne-Filme.“

Sean Penn und Adrien Brody

Die britische Zeitung weiter:

„Liman war angereist, um seinen neuesten fiktiven Politthriller zu drehen. Thema: die Nord-Stream-Explosionen von 2022, bei denen ein Team ukrainischer Taucher angeblich eine Pipeline sprengte, die russisches Erdgas nach Deutschland transportierte. Einer der Hauptverdächtigen, Wolodymyr Schurawlew, war den deutschen Behörden bereits zweimal entkommen: Einmal soll er im Kofferraum eines Diplomatenwagens aus Polen geflohen sein, ein anderes Mal wurde er von einem Gericht freigelassen.

Am Mittwoch jedoch war Schurawlews Glück aufgebraucht. Er wurde in der kroatischen Stadt Pula festgenommen – wo er, in einer unglaublichen Wendung, laut deutschen Medienberichten als Berater für Limans Film „Snake Island“ tätig war, der Schuravlews mutmaßliche Sabotageaktion im Wasser dramatisch nachstellt.“ Fotos in kroatischen Zeitungen zeigten zwei Polizisten, die Schuravlew, einen Mann mittleren Alters in einem blauen T-Shirt und einer braunen Kappe, abführten.

Interviews des Täters am Meer von Pula vor der Verhaftung?

In einem Interview vor der außergewöhnlichen Festnahme des Ukrainers bestätigte Liman, dass Teile des Films in Pula in Kroatien gedreht würden. „Es ist etwas warm [in Zagreb]. Ich freue mich darauf, am Wasser zu sein“, sagte er einem Fernsehteam.

Wer die Behörden informierte und was genau Schuravlewin Kroatien tat, ist unklar, und die Produktionsfirma des Films hat sich noch nicht dazu geäußert. Die Bundesanwaltschaft erklärte, er sei Teil einer Gruppe unter der Führung eines anderen Ukrainers, Serhii K., der 2025 von Italien nach Deutschland ausgeliefert wurde.

Taucher von der dänischen Insel Bornholm

Die beiden Ukrainer bestreiten jegliche Beteiligung an den Unterwasserexplosionen vor der dänischen Insel Bornholm.

Es ist bis heute ungeklärt, wer wirklich hinter dem Anschlag steckt. Die Anschuldigungen erwecken den Eindruck, dass sie auch Teil eines inner-ukrainischen Machtkampfs sein könnten. Der amerikanische Journalist Seymour Hersh hatte auf Substack eine andere These vertreten: Er behauptet, dass Amerikaner und Norweger hinter der Sprengung stecken sollen.

Schurawlews Anwälte wollen die Auslieferung ihres Mandanten nach Deutschland zu verhindern. Polen hatte sich bisher geweigert.

Donald Tusk und Mark Rutte, 2023 in Brüssel, in damals noch anderen Funktionen. (Foto: Consilium)

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte: „Das Problem mit Nord Stream 2 ist nicht die Sprengung. Das Problem ist der Bau.“

Paprocki sagte laut dem Guardian: „Es handelt sich um einen Fall gegen dieselbe Person, mit denselben Fakten, denselben einschlägigen Gesetzen und europäischen Konventionen sowie demselben Europäischen Haftbefehl, ausgestellt von demselben Land, Deutschland. Es wird sich die Frage stellen, ob die Gerichte eine einheitliche Linie verfolgen oder ob jedes Land das Völkerrecht unterschiedlich anwenden kann.“

„Welt“ und „Spiegel“ spekulieren

Das Drehbuch für den Prompt lautete: "Mache eine einfache Zeichnung von der Nord Stream Sprengung, Querformat, Pipeline Röhre Wasser Bumm" (Comic mit KI erstellt)

Paprocki sagte, dass Zhuravlev nicht im Urlaub in Kroatien sei. „Er muss triftige Gründe gehabt haben“, fügte er hinzu, ohne weitere Details zu nennen. Die Zeitung „Die Welt“ berichtete, es gebe Hinweise darauf, dass Zhuravlev an der Produktion beteiligt sei.

„Der Spiegel“ schrieb , ein in Warschau stationierter ukrainischer Militärattaché habe dem Verdächtigen bei der Flucht geholfen. versteckten den Verdächtigen im Kofferraum eines Diplomatenwagens und brachten ihn über die Grenze.

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