Die iranische Behörde für die Durchfahrt der Straße von Hormus (PGSA Iran) teilt mit, dass Schiffe, die gegen iranische Vorschriften für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus verstoßen, „mit Einschränkungen ihrer zukünftigen Fahrten rechnen müssen“.
„Angesichts der Verstöße bestimmter Schiffe gegen die iranischen Regelungen für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus werden diese Schiffe bei ihren zukünftigen Durchfahrten durch die Straße von Hormus mit Einschränkungen wie Geldstrafen, Beschlagnahmung oder Konfiszierung belegt“, so eine Erklärung der PGSA Iran auf X.
Die Behörde warnte, dass Schiffe, die mit den eingeschränkten Schiffen kooperieren, auf eine Liste von Zuwiderhandelnden gesetzt werden, und betonte, dass Ladungseigentümer, die ihren Namen von dieser Liste entfernen lassen möchten, einen Antrag mit entsprechenden Unterlagen einreichen müssen.
Die Behörde rief Reedereien und Ladungseigentümer dazu auf, diese Schiffe nicht zu nutzen und Probleme zu vermeiden, indem sie auf ihrem Portal „Liste nicht konformer Schiffe“ nach den betroffenen Schiffen suchen.
Damit scheint der Iran den Eindruck korrigieren zu wollen, er habe die Kontrolle über die Straße verloren.
Kurz nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump am Freitagabend die Straße von Hormus zum „amerikanischen Territorium“ erklärt hatte, veröffentlichte die New York Post einen neuen Bericht, der sich auf Daten der britischen Seeschifffahrtsbehörde (UKMTO) stützt. Demnach hat der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Wasserstraße deutlich zugenommen. Immer mehr Schiffe könnten eine von den USA unterstützte Route entlang der omanischen Küste nutzen. Wenn das stimmt, hätte die US-Militärpräsenz einen bedeutenden Erfolg zu verbuchen. Die Amerikaner sollen seit einiger Zeit Schiffe heimlich die Küste des Oman entlang geleiten.
Laut UKMTO-Daten durchfuhren letzte Woche fast 200 Schiffe die Straße von Hormus, verglichen mit etwa 150 in der Vorwoche und nur 40 vor zwei Wochen. Der Schiffsverkehr hat sich auf etwa 20 Prozent des Vorkriegsniveaus erholt, als die Wasserstraße etwa ein Fünftel des weltweiten Seeöltransports abwickelte.
„Es sieht immer mehr danach aus, als hätte der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus zumindest teilweise verloren“, sagte Homayoun Falakshahi, Leiter der Rohölanalyse bei Kpler, gegenüber CNN.
„Die Route über Oman ist absolut die sinnvollste“, sagte Dan Pickering, Gründer von Pickering Energy Partners. Die Schiffe würden so die Möglichkeit vermeiden, in Teheran eine Mautgebühr zu zahlen.
Der iranische Parlamentsausschuss für Nationale Sicherheit und Außenpolitik hat am Sonntag laut Al Jazeera einen Gesetzentwurf gebilligt, demzufolge Schiffe mit Genehmigung zur Durchfahrt für iranische Dienstleistungen bezahlen müssen.
Irans Sicherheitschef Mohsen Rezaei erklärte, jeder Staat, der sich den US-Sanktionen gegen Iran anschließe, werde als Feind betrachtet und müsse mit Vergeltung rechnen.
