Südkorea unter Druck: Trump verlangt besseres Militär der Verbündeten

Die Amerikaner mobilisieren ihre Alliierten im Krieg gegen den Iran.

US-Präsident Donald Trump hält am 14. August 2026 eine Rede im Ausbildungs- und Nachrichtendienstzentrum der Polizeiakademie des Nassau County in Garden City, New York. (Foto: Kent Nishimura / AFP)

In Südkorea sorgt eine Ankündigung des amerikanischen Präsidenten für Aufruhr: In einem Posting auf seiner privaten Website hatte Donald Trump am Sonntag erklärt, er habe Verteidigungsminister Pete Hegseth angewiesen, die Übungen mit dem asiatischen Verbündeten deutlich zu reduzieren. Die Manöver seien nicht nur kostspielig, sondern sendeten auch ein völlig unangemessenes und feindseliges Signal an Nordkorea.

Zugleich behauptete Trump, er habe Kontakt mit Kim Jong-un aus Nordkorea aufgenommen und äußerte sich lobend, wenngleich schwammig, über den Präsidenten Nordkoreas. Was davon stimmt ist unklar.

Zu Trumps Methode gehört es, Dinge zu behaupten, um die Märkte zu beeinflussen. Zugleich dienen viele seiner Aussagen dazu, die Feinde zu verwirren oder in falscher Sicherheit zu wiegen. Die Trump-Regierung hatte etwa mit dem Iran verhandelt und griff das Land gleichzeitig an. Dass Trump Wertschätzung gegenüber Kim hegt ist unwahrscheinlich. Nordkorea hat deutlich gemacht, dass es nicht länger beabsichtigt, über die Abschaffung seines Atomwaffenarsenals zu verhandeln, während Washington die Denuklearisierung weiterhin als oberstes Ziel betrachtet.

Krieg gegen den Iran

Im Fall von Südkorea könnte Trumps Ziel sein, die Südkoreaner kriegstüchtig zu machen und dazu zu bringen, in den Krieg gegen den Iran einzusteigen. Trump hat sich wiederholt darüber beklagt, dass Südkorea die Unterstützung der USA im Krieg gegen den Iran verweigert habe.

Trump sagte erst kürzlich, er habe Präsident Lee Jae Myung gefragt, ob Südkorea bereit wäre zu helfen. „Ich sagte: ‚Würden Sie uns vielleicht ein wenig unter die Arme greifen? Wir brauchen keine Hilfe im Iran-Konflikt, aber wenn Sie möchten, würden Sie uns gerne unterstützen.‘ Er sagte: ‚Nein, danke‘“, schrieb Trump auf Truth Social. Trump schrieb, er finde die Reaktion Seouls schwer mit der US-Militärpräsenz in Südkorea vereinbar.

Südkoreas Armee in schlechtem Zustand

Um militärisch einsatzbereit zu sein, muss sich in Südkorea nach Ansicht des Korea Herald einiges ändern. Die Zeitung kommentierte bereits vor einiger Zeit: „Die militärische Disziplin hat sich in jüngster Zeit auf ein inakzeptables Niveau verschlechtert. Medienberichte enthüllten Fronteinheiten, in denen Soldaten auf willkürliche Befehle eines Korpskommandeurs mit ungeladenen Gewehren Wache hielten. Der Vorfall, bei dem südkoreanische Streitkräfte während einer Übung beinahe eine US-Drohne abgeschossen hätten, verdeutlicht die Lücken in der Koordination zwischen Südkorea und den USA.“

Bedrohung durch Russland?

Wie auch in Europa wird in Südkorea Russland als neue Bedrohung gesehen. Der Korea Herald verweist darauf, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt habe, Russland wünsche sich 30.000 zusätzliche nordkoreanische Soldaten und Gespräche darüber liefen. Die nordkoreanische Außenministerin habe sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Der Herald: „Sollte Nordkorea im Gegenzug für die Truppenverlegung fortschrittliche Militärtechnologie von Russland erhalten, könnte dies eine völlig neue Bedrohung für die Sicherheit Südkoreas darstellen.“

Trump dürfte außerdem ein Interesse haben, Seoul in der Frage des südkoreanisches Informations- und Kommunikationsnetzwerkgesetz unter Druck zu setzen. Der Präsident versteht sich nicht zuletzt als oberster Handlungsreisender, der die Interesse der amerikanischen Unternehmen global vertritt.

Präsident will U-Boote kaufen

Südkoreas Präsident hat laut dem Guardian seinen Willen bekundet, im Kriegsfall die Unabhängigkeit des Militärs von den USA zurückzuerlangen, und nach Trumps Anordnung zur Beendigung gemeinsamer Übungen zu einem schnelleren Fortschritt beim Erwerb von Atom-U-Booten aufgerufen. Lee Jae Myung forderte außerdem eine Beschleunigung des südkoreanischen Atom-U-Boot-Programms und die Ausbildung von Offizieren, die für integrierte Operationen in zukünftigen Konflikten gerüstet sind. Am Dienstag erklärte das Präsidialamt in Seoul, die Übungen spiegelten „keine Absicht wider, Nordkorea anzugreifen oder die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verschärfen“.

Lees Büro bekräftigte, Ziel der Übungen sei nicht gegen einen Feind gerichtet, sondern stelle darauf ab, „das sichere und friedliche tägliche Leben der Bevölkerung zu gewährleisten“.

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