Folker Hellmeyer, der Chefökonom der Netfonds, sieht ein kritische Lage im Bondmarkt aufziehen. In einem Brief an die Kunden schreibt Hellmeyer: „Die Lage an den Rentenmärkten spitzt sich infolge des Iran- und Ukrainekriegs weiter zu – sowohl aufgrund der Inflationsfolgen als auch wegen der fiskalischen Belastungen der Kriegsführung und der konjunkturellen Folgen mit entsprechenden Auswirkungen auf das Steuersubstrat. Die Rendite der Bundesanleihe erreichte mit 3,23 Prozent den höchsten Stand seit 15 Jahren. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen markierte mit 2,95 Prozent den höchsten Stand seit 1996. In Frankreich wurde mit 4,07 Prozent der höchste Renditestand seit 2008 erreicht.“ Hellmeyers Fazit: Er sieht das „Risiko einer Systemkrise“
Auch auf den Finanzmärkten würden die „Wolken bedrohlicher“: Im Zuge der Eskalation des Irankonflikts nehme die Risikobereitschaft ab: „Die Aktienmärkte neigen zur Schwäche, die Rentenmärkte bleiben schwach, und Gewinnmitnahmen belasteten Gold und Silber leicht.“
Der Bondmarkt ist nach der Yen-Intervention von Scott Bessent zurückhaltend. Noch ist unklar, ob die Amerikaner ihr Ziel erreichen und einen Abverkauf von US-Staatsanleihen verhindern können.
Von Interesse sind in dieser Woche die Einkaufsmanagerindizes und die Rede des Fed-Vorsitzenden beim Jackson Hole Symposium.
Investing.com schreibt: „Anleiheinvestoren werden beide Ereignisse genau analysieren, um zu bestätigen, ob sich die Wirtschaftstätigkeit ausreichend abkühlt, um eine längere Beibehaltung des Leitzinses zu rechtfertigen, ohne die Sorge vor einer breiteren Stagflation auszulösen.“
