Die Ölpreise sind am Freitag deutlich gestiegen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember legte um 3,1 Prozent auf 116,72 US-Dollar zu. Damit näherte sich Brent wieder seinem bisherigen Höchststand seit Beginn des Iran-Krieges von 118,35 Dollar Ende März. Auch die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich deutlich und stieg um 3,8 Prozent auf 103,27 Dollar je Barrel.
Sorge um die Straße von Hormus
Hinter dem Preisanstieg stehen vor allem wachsende Sorgen vor einer erneuten Verschärfung des Konflikts mit Iran. Laut Associated Press wurden in der Straße von Hormus zuletzt mehrere Öltanker angegriffen oder beschädigt. Gleichzeitig nehmen die Befürchtungen zu, dass die USA und Israel ihre Angriffe auf Iran wieder ausweiten könnten. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Transportwegen für Erdöl weltweit.
Obwohl weiterhin große Mengen Öl aus der Golfregion exportiert werden, verlangen Marktteilnehmer angesichts der Risiken zunehmend einen geopolitischen Aufschlag. Entscheidend sei nicht allein, ob Öl verfügbar sei, sondern auch, wie zuverlässig Förderung und Transport funktionierten, berichtete MarketWatch.
Angriffe verschärfen die Unsicherheit
Zusätzlichen Druck erzeugen die jüngsten Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz auf Ziele in Saudi-Arabien. Dadurch wachsen auch die Sorgen um wichtige Transportwege am Roten Meer. Saudi Aramco hat nach Angaben der Associated Press deshalb die Nutzung einer Pipeline ausgeweitet, die die Straße von Hormus umgeht.
Ölpreise seit Jahresbeginn stark gestiegen
Die jüngste Entwicklung setzt einen bereits länger anhaltenden Aufwärtstrend fort. Brent verteuerte sich in dieser Woche um 6,2 Prozent – der stärkste Wochenanstieg seit Anfang September. Seit Jahresbeginn ist der Preis laut MarketWatch um mehr als 90 Prozent gestiegen.
Hohe Energiepreise belasten Aktienmärkte
Die hohen Energiepreise belasten inzwischen auch die Finanzmärkte. An der Wall Street gaben die wichtigsten Aktienindizes am Freitag überwiegend nach. Der S&P 500 verlor 0,5 Prozent, der Dow Jones 1,2 Prozent. Steigende Ölpreise erhöhen zugleich die Gefahr, dass die Inflation länger hoch bleibt und Notenbanken ihre Geldpolitik weniger stark lockern können.
