Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in Kiew die Gesandten von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, getroffen. Es war ihr erster Besuch in der Ukraine im Rahmen der Bemühungen um ein Ende des Krieges. Die beiden trafen mit dem Zug ein.
„Die Verhandlungen haben begonnen“, schrieb Selenskyj in den sozialen Medien. Vor der Ankunft der Gesandten betonte der ukrainische Präsident die Notwendigkeit von Sicherheitsgarantien und eines „würdevollen Charakters des Nachkriegsfriedens“ und fügte hinzu: „Unsere Vorschläge sind fertig.“ Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen teilten dem Kyiv Independent mit, dass auch die nationalen Sicherheitsberater Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens an den Gesprächen in Kiew teilnehmen würden.
in Moskau waren die Vertreter der europäischen Staaten nicht an den Gesprächen beteiligt.
Angriffe in Russland
Unterdessen griffen ukrainische Streitkräfte in der Nacht vom 5. auf den 6. September die Ölraffinerie in Rjasan, den Flughafen Rostow am Don und drei russische Luftverteidigungssysteme an. Nach dem Angriff wurde ein Brand in der Ölraffinerie in Rjasan gemeldet. Laut der Ukrainska Pravda soll die Anlage Teil der Versorgung russischer Streitkräfte sein. Darüber hinaus zerstörten die Streitkräfte ein Podlet-Radar und zwei Flugabwehrraketen- und -kanonensysteme vom Typ Pantsir-S1.
Verhandlungen ohne schnelles Ergebnis
Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte Radio Liberty zu den Gesprächen der US-Unterhändler im Kreml, die Gespräche seien „substanziell“ gewesen. Beidee Seiten hätten konkrete Pläne für die nächsten Schritte besprochen, die in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden sollen.
Russland: Kriegsziele erreichen
Juri Uschakow, ein Berater des russischen Präsidenten, sagte laut der Ukrainska Pravda, Wladimir Putin habe den US-Gesandten während der Gespräche am Samstag versichert, er sei zuversichtlich, seine Kriegsziele zu erreichen.
Kreml-Sprecher Peskow sagte laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass über das Treffen: „Allein die Tatsache, dass dieses Treffen stattfindet, beweist, dass – zumindest über diesen Kommunikationskanal – tatsächlich eine Atmosphäre des Vertrauens herrscht und sich diese sogar noch verstärkt.“ Solche Treffen fänden in der Regel „erst dann in größerem Umfang, wenn das Staatsoberhaupt Botschaften übermitteln möchte“, sagte Peskow.
Laut der oppositionellen russischen Zeitung Meduza waren Whitkoff und Kushner mit ihrem Flugzeug in der Nacht zum 6. September von Moskau zum Flughafen Rzeszów-Jasionka in der polnischen Woiwodschaft Karpatenvorland gereist. Dieser Flughafen liegt etwa 100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und ist einer der nächstgelegenen. Am Samstag hatten die polnischen Behörden eine Sicherheitswarnung für die Region ausgegeben.
Meduza wertet das Ergebnis der Gespräche in Moskau als enttäuschend.
