Bitcoin steuert auf seine beste Woche seit über drei Jahren zu. Die überraschende Intervention von US-Finanzminister Scott Bessent am Anleihemarkt und ein Treffen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit Krypto-Managern im Weißen Haus führten zu einem Höhenflug, von dem vor allem Insider profitiert haben dürften. Trump forderte bei dem Treffen eine „faire Version“ der Regulierung von Krypto-Werten. Trump selbst ist über seine Familie stark in Krypto-Geschäfte involviert. Eine Trennung zwischen Politik und privatem Profit findet bei Trump nicht statt, kritisieren die Demokraten, insbesondere die Senatorin Elizabeth Warren jüngst bei einem Kongress-Hearing. CNN hat die gesamte Liste mit seinem Truth Social-Feed abgeglichen und mindestens 44 Käufe bei 21 Unternehmen gefunden – getätigt innerhalb einer Woche, nachdem er genau diese Unternehmen, ihre Produkte oder ihre CEOs öffentlich gelobt hatte.
Warren schrieb Trump am 12. August einen Brief und forderte Aufklärung über die Investments des Präsidenten. Die Senatorin: „Das schiere Volumen dieser Handelsaktivitäten und der Zeitpunkt einer Reihe von Transaktionen werfen Fragen auf, ob Sie Ihr Wissen über Regierungsaktivitäten, Ihre offizielle Autorität oder die enorme Reichweite des Präsidentenamtes nutzen, um Investitionen zu tätigen oder Märkte zu Ihrem persönlichen Vorteil zu beeinflussen – und ob Sie Entscheidungen getroffen haben, die Ihr Portfolio auf Kosten der Steuerzahler, der Wirtschaft und der nationalen Sicherheit steigern.“
Laut Berichten von The Hill und der Washington Times kamen bei dem Treffen Topmanager großer Krypto-Unternehmen mit Trump zusammen, darunter Coinbase-CEO Brian Armstrong und Ripple-CEO Brad Garlinghouse. Trump betonte laut Reuters und CoinDesk, dass eine klarere Regulierung notwendig sei, um die Krypto-Entwicklung und -Unternehmen in den USA zu halten.
Die Regulierung soll durch den sogenannten CLARITY Act die Aufsichtsbefugnisse der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) einschränken. Die meisten Blockchain-Token sollen als digitale Rohstoffe und nicht als Wertpapiere klassifiziert werden. Diese Unterscheidung würde die Aufsicht von der SEC auf die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) verlagern – eine Änderung, die die Krypto-Branche seit Langem fordert.
Der mit Trump verbundene Meme-Coin TRUMP gewann 10 Prozent:

Der Bitcoin-Kurs stieg am Freitag um fast sieben Prozent und liegt diese Woche mit rund 77.380 US-Dollar um 23 Prozent im Plus – dem höchsten Stand der Kryptowährung seit Mai. Gold verteuerte sich am Freitag um 1,5 Prozent auf etwa 4.585 US-Dollar pro Feinunze und verzeichnete im August ein Plus von über 13 Prozent. Damit steuert es auf den größten monatlichen Anstieg seit 1999 zu. Andere Kryptowährungen wie Ether, Solana und XRP legten ebenfalls zu und stiegen in der vergangenen Woche um rund 26, 22 bzw. 37 Prozent. Zuvor befanden sich die Krypto-Werte seit dem vergangenen Herbst in einem anhaltenden Abwärtstrend. Der Bitcoin-Kurs fiel in einem Jahr um 31 Prozent.
Für die Milliardäre, die seit Trumps Wiederwahl die Entscheider in Washington unter ihre Fittiche genommen haben, ist die Entwicklung sehr vorteilhaft. Sie konnten im Bären-Markt billig nachkaufen und profitieren nun von der allgemeinen Sorge in den Aktienmärkten vor höheren Zinsen. Beträchtliche Kursgewinne im Krypto-Markt scheinen nun wieder möglich. Von besonderem Vorteil ist eine Nähe zu Trump, weil er mit seinen scheinbar „erratischen“ Entscheidungen besonders viele Marktbewegungen auslöst.
Die SEC spielt in diesem Szenario eher eine dekorative Rolle.
Die Kursbewegungen am Freitag folgten auf Bessents Ankündigung vom Mittwoch, das US-Finanzministerium werde seine Käufe langfristiger US-Staatsanleihen (Treasuries) ab dem nächsten Monat „mindestens“ verdoppeln. Hintergrund ist ein starker Ausverkauf von 10- und 30-jährigen Staatsanleihen, der die US-Kreditkosten auf ein Rekord-Hoch getrieben hat.
Bessent erklärte am Donnerstag, er versuche, das Gleichgewicht auf dem wichtigsten Anleihenmarkt der Welt wiederherzustellen. Viele Anleger bezweifeln jedoch seine Fähigkeit, den Anstieg der Renditen langfristiger Anleihen einzudämmen. Zuvor war bereits sein Versuch gescheitert, die Treasuries über eine Yen-Intervention vor einem Abverkauf zu bewahren.
Auch Gold profitierte von der spekulativen Politik. Das Edelmetall legte am Freitag um 1,5 Prozent auf rund 4.585 US-Dollar pro Feinunze zu und verzeichnete im August ein Plus von über 13 Prozent. Damit steuert Gold auf den größten monatlichen Anstieg seit 1999 zu.
