Während Staatsanleihen in den USA, Europa und Japan unter Inflations- und Zinssorgen leiden, zeigen sich viele Schwellenländer robuster. Vermögensverwalter wie JPMorgan und BlackRock sehen dort zunehmend Chancen.
Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern haben laut Bloomberg in diesem Jahr mehr als drei Prozent zugelegt. US- und europäische Staatsanleihen verloren dagegen rund 0,6 Prozent.
Ein wichtiger Grund sind vergleichsweise hohe Realzinsen und eine moderatere Inflation. JPMorgan beziffert die durchschnittliche Teuerungsrate in Schwellenländern auf 3,8 Prozent – deutlich weniger als während des Inflationsschocks von 2022.
Viele Zentralbanken haben deshalb mehr geldpolitischen Spielraum. Zuletzt senkten etwa Brasilien, die Türkei und Ungarn ihre Zinsen, während andere Länder an einer strafferen Linie festhielten.
JPMorgan sieht Schwellenländer-Anleihen zunehmend als attraktive Ergänzung zu klassischen Staatsanleihen. T. Rowe Price bevorzugt derzeit unter anderem Papiere aus Brasilien, Ungarn, Mexiko und Südafrika.
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten bleiben allerdings groß. Inflation, Wachstum und geopolitische Risiken unterscheiden sich teils deutlich. Für Anleger wird die Auswahl einzelner Länder damit wichtiger.
