Russland beharrt darauf, seine Kriegsziele in der Ukraine zu erreichen. Das machte Außenminister Sergej Lawrow bei seinem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio am Rande der UN-Generalversammlung in New York deutlich. Nach Angaben des russischen Außenministeriums bekräftigte Moskau seine „bedingungslose Entschlossenheit, die Ziele der militärischen Spezialoperation zu erreichen“. Zugleich erklärte Russland, zu einer politischen und diplomatischen Lösung bereit zu sein – allerdings nur auf Grundlage einer „Beseitigung der Ursachen“ des Konflikts, wie Anadolu unter Berufung auf das russische Außenministerium berichtete.
Dass Moskau dabei nicht an eine Kampfpause denkt, stellte Lawrow wenig später im UN-Sicherheitsrat klar. „Wir werden für die Dauer der Verhandlungen in keinem Format eine Pause in der militärischen Spezialoperation einlegen“, sagte der russische Außenminister laut Kommersant. Russland sei zwar zu Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden bereit, lehne aber eine vorübergehende Einstellung der Kämpfe ab.
Rubio ließ nach dem Gespräch offen, wie weit sich die Positionen hinter verschlossenen Türen tatsächlich angenähert haben. Das US-Außenministerium teilte lediglich mit, die beiden Minister hätten über den Krieg in der Ukraine und die amerikanisch-russischen Beziehungen gesprochen. Rubio selbst nannte anschließend jedoch einen möglichen begrenzten Ansatz für eine Deeskalation.
„Beide Seiten haben Interesse an einer begrenzten Waffenruhe bei Getreide und Energie gezeigt“, sagte Rubio zu Journalisten in New York, wie Reuters und Al-Monitor berichteten. Eine solche Vereinbarung würde den Krieg nicht beenden, könne aber zumindest einen Teil der Folgen begrenzen. Washington sei bereit, dabei eine vermittelnde Rolle zu übernehmen.
Unklar blieb, ob Rubio damit eine tatsächlich neue russische Position wiedergab. Moskau selbst bestätigte eine Bereitschaft zu einer begrenzten Waffenruhe bei Energie und Getreide zunächst nicht. Auch in der russischen Zusammenfassung des Treffens wurde eine entsprechende Zusage nicht genannt. Darauf wies auch Reuters in seiner Berichterstattung über Rubios Aussagen hin.
Stattdessen konzentrierte sich die russische Seite auf ihre bisherigen Forderungen. Lawrow warf der Ukraine Angriffe auf Zivilisten und grenzüberschreitende Infrastruktur vor und beschuldigte Kiew, damit auch die internationalen Energiemärkte zu destabilisieren. Zudem versuchte Moskau, die Gespräche auf eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA weiterzuführen, wie Anadolu berichtete.
