Mehr als 80 Prozent aller Aufträge zum Neubau von Schiffen weltweit gingen zwischen Januar und September an chinesische Werften. Das geht aus am Freitag veröffentlichten Daten des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hervor.
Demnach stellten chinesische Werften in den ersten drei Quartalen 2026 Schiffe mit einer Tragfähigkeit von insgesamt 58,05 Millionen Deadweight Tons (DWT) fertig. Das waren 50,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Chinas Anteil an der weltweiten Schiffbauproduktion lag damit bei 63,6 Prozent.
Noch stärker wuchs das Neugeschäft. Die chinesischen Werften erhielten Aufträge über 175,29 Millionen DWT und damit 163,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dies entsprach 81,8 Prozent aller weltweit neu vergebenen Aufträge. Auch bei den bereits vorliegenden Bestellungen dominiert China den Markt: Ende September belief sich der Auftragsbestand auf 399,13 Millionen DWT, ein Plus von 64,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil am weltweiten Auftragsbestand erreichte 72,4 Prozent.
Damit liegt China bei allen drei zentralen Kennzahlen der Branche – fertiggestellten Schiffen, Neubestellungen und Auftragsbestand – mit deutlichem Abstand an der Weltspitze.
Parallel gewinnt der Bau von Schiffen mit alternativen und emissionsärmeren Antrieben an Bedeutung. Bei neuen Bestellungen für sogenannte Green-Powered Vessels entfielen im Zeitraum Januar bis September 74,1 Prozent des weltweiten Marktes auf chinesische Werften. Gegenüber dem ersten Halbjahr stieg dieser Anteil um 5,7 Prozentpunkte, wie chinesische Medien unter Berufung auf die Branchenstatistik berichten.
Die Zahlen unterstreichen, dass China seine ohnehin starke Position im globalen Schiffbau nicht nur bei konventionellen Schiffen ausbaut, sondern zunehmend auch bei der Umstellung der Branche auf neue Antriebstechnologien eine zentrale Rolle einnimmt.
