Die chinesische Regierung hat bisher keine inhaltliche Bewertung des Wahlsiegs der AfD in Sachsen-Anhalt vorgenommen. Chinesische Staatsmedien berichteten ausführlich über das Ergebnis.
Am 7. September wurde die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, bei der regelmäßigen Pressekonferenz ausdrücklich nach dem Wahlsieg der AfD und möglichen verstärkten Kontakten Pekings mit der Partei gefragt.
„Regionalwahlen in Deutschland sind eine innere Angelegenheit Deutschlands. China wird dazu keinen Kommentar abgeben“, sagte Mao laut dem chinesischen Außenministerium. Chinas Haltung zur Entwicklung der Beziehungen zu Deutschland sei unverändert.
Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua beschäftigte sich nach der Wahl mit den Folgen des AfD-Ergebnisses für die deutsche Parteienlandschaft und mit der Frage nach der politischen „Brandmauer“ gegenüber der Partei.
Xinhua verwies auf wirtschaftliche Probleme in Sachsen-Anhalt, niedrigere Einkommen, Abwanderung und Misstrauen gegenüber etablierten Parteien.
In einer weiteren Analyse schrieb Xinhua, der Sieg der AfD habe „Schockwellen durch das politische Establishment Deutschlands“ geschickt. Als Faktoren nannte die Nachrichtenagentur unter anderem wirtschaftliche Probleme, Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sowie die Positionen der AfD zu Migration und Waffenlieferungen an die Ukraine.
People’s Daily Online veröffentlichte am 8. September einen Beitrag unter der Überschrift „Historisches Erdbeben: Die Wahl in Sachsen-Anhalt und der Zusammenbruch des politischen Konsenses in Deutschland“.
Darin hieß es, die politische „Brandmauer“ gegen die AfD sei durch das Wahlergebnis „von unten vollständig durchbrochen“ worden. Als Ursachen wurden unter anderem wirtschaftliche Schwäche, soziale Probleme und ein Verlust von Identifikation genannt.
Der chinesische Staatssender CGTN bezeichnete das Ergebnis als „historischen Sieg“. Der Sender berichtete, die AfD sei damit näher an die Regierungsübernahme in einem deutschen Bundesland herangerückt als eine Partei der äußersten Rechten seit dem Ende des Nationalsozialismus.
