Die Bundesregierung hat laut AFP Russland am Dienstag für einen versuchten Drohnen-Anschlag am Flughafen Leipzig vom 4. August verantwortlich gemacht. Nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt belegen polizeiliche Ermittlungen, Tatmuster und nachrichtendienstliche Erkenntnisse eine russische Verantwortung. Das Vorhaben der Zuweisung der Verantwortung war bereits vor einigen Tagen durchgesickert.
Als Reaktion soll das letzte noch offene russische Generalkonsulat in Deutschland in Bonn zum 18. September schließen. Zudem will die Bundesregierung den Vertrag über das Russische Haus in Berlin kündigen. Außerdem sollen Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige verschärft, der Druck auf die russische „Schattenflotte“ erhöht und weitere russische Staatsbürger im Rahmen des 22. Sanktionspakets auf Sanktionslisten gesetzt werden .
Putin: „Ein schwerer Fehler“
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die angekündigten Sanktionen als Fehler bezeichnet. „Ich denke, dass das ein erneuter schwerer Fehler ist“, sagte Putin am Dienstag in einer Pressekonferenz laut AFP. „Meiner Meinung läuft dies eindeutig den Interessen des deutschen Volkes zuwider“ sagte der Kreml-Chef und ergänzte, die Reaktion der Bundesregierung hänge mit den „bevorstehenden Wahlkämpfen“ zusammen.
Am 4. August war am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Transporte an die Ukraine.
