Selenskyj warnt Flugzeuge vor Nutzung des russischen Luftraums

Die Ukraine kündigt indirekt an, wieder Drohnen auf Ziele in Russland zu schießen. Ob sie das allerdings kann, ist unklar: Elon Musk ist abgeblich gegen die Nutzung von Starlink.

Auf diesem vom ukrainischen Präsidialamt am 26. August 2026 veröffentlichten Foto sind der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Mitte links) und der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Mychajlo Drapaty (Mitte), bei einem Treffen mit ukrainischen Soldaten an einer Frontlinie in einem nicht genannten Gebiet in der Südukraine zu sehen. (Foto: Privat / Ukrainischer Präsidialdienst / AFP)

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Ansprache am 1. September erklärt, der russische Luftraum werde zunehmend unsicher. Er warnte alle internationalen Fluggesellschaften davor, ihn zu nutzen.

Selenskyj sagte laut Ukrainska Pravda: „Wir möchten heute alle Fluggesellschaften, die den russischen Luftraum nutzen, alle Versicherer und alle, die noch Russlands wichtigste Flughäfen anfliegen, warnen: Der russische Luftraum wird zunehmend unsicher.“

Selenskyj sagte, die Ukraine bedrohe nicht die zivile Luftfahrt an sich. Er kündigte jedoch an, „dass Drohnen im russischen Luftraum operieren werden“. Dies müssten die Fluglinien berücksichtigen. Selenskyj: „Obwohl die russischen Behörden die Öffentlichkeit nicht ausreichend darüber informieren, wird der russische Luftraum faktisch geschlossen – der von Russland begonnene Krieg führt zur Schließung seines Luftraums.“

„Von Drohnen verseuchter Himmel“

„Das ukrainische Außenministerium und unsere anderen Institutionen werden internationale Organisationen umfassend über die Gefahren im russischen Luftraum informieren“, sagte Selenskyj. „Ein von Drohnen verseuchter Himmel ist kein Ort für die zivile Luftfahrt.“

Selenskyj erinnerte daran, dass die Ukraine der Aufforderung der Vereinigten Staaten nachgekommen war, die Angriffe auf Moskau und St. Petersburg während des Aufenthalts von CIA-Chef John Ratcliffe in Moskau am 25., 26. und 27. August auszusetzen. Russland habe seine Angriffe auf die Ukraine jedoch fortgesetzt.

Der Krieg müsse beendet werden. Daher „werden wir im Interesse der Diplomatie und der Verhandlungen, wann immer unsere Partner uns darum bitten, sicherstellen, dass der russische Luftraum für bestimmte Zeiträume und entlang bestimmter Routen von Drohnen geräumt wird“.

Ob die Ukraine aktuell überhaupt in der Lage ist, Ziele tief im Landesinnern Russlands anzugreifen, ist unklar. SpaceX-Chef Elon Musk lehnt es laut Kyiv Independent weiterhin ab, der Ukraine den Einsatz von Starlink für Angriffe tief im russischen Territorium zu gestatten.

Kyiv bemüht sich seit Langem um die US-amerikanische Genehmigung, die Technologie zur Stärkung des Kampfes gegen Russland, insbesondere zur Bekämpfung ballistischer Raketenwerfer, zu nutzen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach das Thema am 28. Juli in einem Treffen hinter verschlossenen Türen mit US-Präsident Donald Trump an, doch die Ukraine hat bisher keine Genehmigung erhalten.

Die Financial Times hatte am 30. August berichtet, Musk sei grundsätzlich offen für den Einsatz von Starlink-Drohnen durch die Ukraine für Angriffe auf Ziele in Russland, habe aber betont, die Entscheidung sei letztlich eine politische und bedürfe der Zustimmung des Weißen Hauses.

Eine der Quellen des Kyiv Independent gab an, Musk glaube nicht, dass die Nutzung von Starlink durch die Ukraine für Operationen innerhalb Russlands zur Beendigung des Krieges beitragen würde.

Putin: „Staatsterrorismus“

Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete Selenskyjs Äußerung laut AP als „Ankündigung von Staatsterrorismus“. Er sagte auf einer Pressekonferenz am Rande des Gipfeltreffens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Kirgisistan: „Ich möchte betonen, dass sie uns auffordern, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Sie fordern persönliche Treffen. Wir verhandeln nicht mit Terroristen.“

Er bezeichnete ukrainische Drohnen allerdings als Problem für Russland. „Die größte Herausforderung sind natürlich Drohnen, und zwar in allen Umgebungen: unter Wasser, auf See, an Land und in der Luft. Das ist eine ernsthafte Herausforderung für uns. Wir stellen uns ihr.“

Putin ging auch auf Berichte ein, wonach das ukrainische Militär britische Drohnen für Angriffe auf Ziele in Russland eingesetzt habe. Auf die Frage, ob der Kreml britische Militäreinrichtungen angreifen würde, falls britische Waffen weiterhin gegen Russland eingesetzt würden, antwortete er, solche Informationen seien „ein militärisches Geheimnis“.

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