„Wir bereiten uns auf einen Krieg vor, in der Hoffnung, dass er nie kommt“, sagte Cezary Tomczyk in einem Interview mit „Super Express“. Der stellvertretende Verteidigungsminister betonte, dass es innerhalb weniger Monate zu einer „Provokation“ seitens Russlands kommen könnte. Das berichtet Polsat News.
In dem Interview kommentierte Cezary Tomczyk Polens milliardenschwere Verteidigungsausgaben. Er wies darauf hin, dass Polens Potenzial der Abschreckung von Feinden diene.
Unter den beschafften Ausrüstungen nannte er das SAN-System, das im Rahmen des Programms „Ostschild“ aufgebaut wird. Wie der Politiker der Bürgerkoalition anmerkte, handele es sich um „ein großes, hochmodernes Drohnenabwehrsystem in Europa“.
„Keine Armee nur für die Medien“
„80 Prozent der Fähigkeiten dieses Systems sind für den Kriegsfall ausgelegt, nur ein kleiner Teil kann im Frieden eingesetzt werden. Wir bauen keine Armee für eine Pressekonferenz; wir bauen sie mit der Erwartung, dass sie bereit sein muss, nationale Verteidigungsoperationen unter extrem ungünstigen Bedingungen durchzuführen, und wir müssen die Mittel dafür haben“, sagte Tomczyk.
Tomczyk sagte, dass sich Polen auch auf eine mögliche Aggression im Energie- und Infrastrukturbereich vorbereite.
Mögliche russische Provokation
Der stellvertretende Minister bezog sich auf die Aussage des Oberbefehlshabers der NATO-Streitkräfte in Europa, Alexius Grynkewich, der erklärte, dass Russland im Jahr 2027 sein militärisches Potenzial wiederaufbauen und für einen Konflikt mit Europa bereit sein könnte.
„Wir unterteilen Szenarien nicht mehr in real und unreal, sondern in wahrscheinlich und unwahrscheinlich. Heute würde ich kein Stichtagsdatum festlegen. Selbst eine groß angelegte Provokation des Kremls könnte durchaus innerhalb weniger Monate erfolgen“, sagte Tomczyk.
Wie er erklärte, hängt viel vom Verlauf des Konflikts in der Ukraine ab. „Wenn dieser Krieg endet, ist das natürlich sehr gut, aber dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Russland beginnt, sein Potenzial für den nächsten bewaffneten Konflikt wieder aufzubauen“, betonte er.
„Putin würde Krieg mit Nato verlieren“
„Putins Russland ist heute nicht bereit für eine Konfrontation mit der NATO und würde einen solchen Krieg verlieren. Vor allem, da wir sehen, dass die Ukraine Russland – ganz zu schweigen vom gesamten Potenzial des Bündnisses – eingedämmt hat. Wir müssen uns unserer eigenen Stärke bewusst sein. Nutzen wir sie, bringen wir Ordnung in die Lage, unterstützen wir die Ukraine und halten wir Russland so weit wie möglich von uns fern“, betonte Ceazry Tomczyk in dem Interview.
Militärparade in Warschau
Am Samstag hatte Polen in Warschau die größte Militärparade seiner Geschichte abgehalten, berichtet TVP World. Ministerpräsident Donald Tusk warnte, dass „nur die Starken“ einen Krieg vermeiden könnten,.
Die Demonstration des militärischen Potenzials des Landes zu Lande, zu Wasser und in der Luft fand am Tag der polnischen Streitkräfte statt, der an den Jahrestag eines wichtigen polnischen Sieges über die bolschewistischen Truppen in der Schlacht um Warschau 1920 erinnert.
Die Parade in Warschau begann um 12 Uhr mittags mit über 60 Militärflugzeugen, die über die polnische Hauptstadt flogen. Anschließend verlieh Präsident Karol Nawrocki 21 polnischen Offizieren Beförderungen.
Der Hauptteil der Parade begann kurz darauf – nach Reden von Nawrocki und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz – mit knapp 2.000 polnischen Soldaten, die zusammen mit über 300 Militärfahrzeugen entlang der Weichsel marschierten.
Das Land, das im vergangenen Jahr im Verhältnis zum BIP der größte Verteidigungsausgeber der NATO war, hat Milliarden in neue Ausrüstung investiert, darunter Flugzeuge, Schiffe und Hubschrauber.
