Spanien bittet EU um Hilfe mit Asylanträgen in Ceuta

In Ceuta ist es am Donnerstag zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen, die die Abschiebung der verbliebenen Flüchtlinge forderten.

Demonstranten protestieren gegen die Anwesenheit von Migranten und zeigen auf die Migranten, die am Strand Trampolin in Ceuta am 28. August 2026 campieren. Die Spannungen in dem Gebiet mit 80.000 Einwohnern sind hoch, seit im Juli innerhalb weniger Tage mindestens 60.000 Menschen nach Ceuta einreisten und damit eine europaweite Migrantenwarnung auslösten. Die linke spanische Regierung gibt an, die meisten hätten die 18,5 Quadratkilometer große Enklave inzwischen verlassen, doch Tausende irren weiterhin durch die Straßen und schlafen an Stränden. (Foto: Antonio Sempere / AFP)

Die spanische Regierung hat die EU nach der Migrationskrise in der Exklave Ceuta um Unterstützung bei der Bearbeitung von Asylanträgen gebeten. Die Anfrage richtet sich laut der AFP an die EU-Asylagentur und die EU-Grenzschutzbehörde Frontex, wie das Innenministerium in Madrid am Freitag mitteilte.

Einen Monat nach dem Massenandrang von Migranten war es in Ceuta am Donnerstag zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen, die die Abschiebung der verbliebenen Flüchtlinge forderten. Dabei wurden auch Habseligkeiten der Migranten in Brand gesetzt.

Zuvor hatten Flüchtlinge ein spanisches Militärfahrzeug mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Ein Soldat wurde dabei leicht verletzt. Die Polizei nahm daraufhin zwölf Menschen fest, die alle marokkanische Staatsbürger waren.

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska verurteilte die Ausschreitungen am Freitag. „Gewalt ist keine Lösung“, sagte er im spanischen Parlament. „Ich rufe zur Ruhe und zur Beendigung jeglicher Form von Gewalt auf.“

Am 30. und 31. Juli waren zehntausende Migranten aus Marokko nach Ceuta gelangt. Die meisten kehrten anschließend zurück. Nach Schätzung der spanischen Regierung befinden sich aber noch etwa 3500 bis 7000 Menschen in der Exklave.

Die beiden an Marokko grenzenden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla sind die einzigen Gebiete des EU-Territoriums mit einer Landgrenze zu Afrika. Rechte und rechtsextreme Oppositionsparteien in Spanien verlangen die Rückführung aller Eingereisten, auch Minderjähriger.

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