Die Weizenpreise legten zum Ende der Woche kräftig zu. Allein innerhalb einer Woche verteuerten sich die Terminkontrakte um rund zwölf Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus mehr als 50 Prozent.
Als wesentlicher Treiber gelten die zunehmenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine im Schwarzen Meer. Die Entwicklung sorgt für Unsicherheit über die Versorgung des Weltmarktes.
Beim Mais stehen dagegen vor allem die Ernteaussichten in den USA im Mittelpunkt. Die Preise erreichten ebenfalls den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren.
„Von Anfang August bis heute besteht am Markt Konsens darüber, dass weniger Angebot vorhanden ist, als wir zu Beginn des Monats angenommen hatten“, sagte William Osnato, Research-Direktor bei Barchart, dem Sender CNBC.
Das US-Landwirtschaftsministerium USDA hatte seine Prognose für die Maiserträge im August stärker als von Händlern erwartet gesenkt. Dennoch wird weiterhin mit der zweitgrößten Maisernte in der Geschichte gerechnet.
Zusätzliche Zweifel an den Ernteaussichten kamen nach Beobachtungen der Pro Farmer Crop Tour auf. Demnach hat extreme Hitze im Juli den Maisbeständen zugesetzt. Zuvor hatten zahlreiche Anbaugebiete im Juni unter übermäßigen Niederschlägen gelitten.
Auch im August waren Teile des östlichen US-Maisgürtels von starken Regenfällen betroffen. Hinzu kamen Pilzerkrankungen bei Mais in einer späteren Phase der Anbausaison.
Weltweite Versorgung unter Druck
Die Probleme in den USA fallen in eine Zeit, in der das weltweite Angebot ohnehin angespannt ist. „Wir dachten, dass die US-Versorgung die Welt retten würde“, sagte Jim McCormick, Mitgründer von AgMarket.Net, dem Sender CNBC. Nun werde aber auch das Angebot aus den USA zunehmend unsicher.
Weitere Belastungen kommen aus Europa. Extreme Hitze und Trockenheit während des Sommers haben dort nach Angaben von Osnato die Maisproduktion erheblich beeinträchtigt. Gleichzeitig besteht eine starke europäische Importnachfrage.
Hinzu kommen die eingeschränkten Exporte aus der Ukraine, einem bedeutenden Maisexporteur. Nach Einschätzung Osnatos spielen die ukrainischen Ausfälle für die Maispreise allerdings eine geringere Rolle als für Weizen, da ein Teil dieser Probleme bereits in den Preisen berücksichtigt worden sei.
Die schwächere europäische Maisernte könnte schließlich auch Auswirkungen auf den Weizenmarkt haben. McCormick zufolge könnte weniger verfügbarer Mais dazu führen, dass in Europa mehr Weizen als Tierfutter eingesetzt wird. Dadurch könnte zugleich weniger europäischer Weizen für den Export zur Verfügung stehen.
