Die Ölpreise haben sich am Montag der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel angenähert. Händler und Analysten warnten vor einer erneuten Angebotsverknappung, da die Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran die Versorgungssorgen verschärften.
Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans, warnte laut Al Jazeera die Vereinigten Staaten, dass Teheran die Einrichtung einer Sperrzone im gesamten Persischen Golf vorbereite, und als Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen mit einer vollständigen Blockade der Straße von Hormus drohe.
Er erklärte auf X, die jüngsten Raketenstarts Irans seien eine „deutliche Warnung“ an Washington. „Wirtschaftskrieg wird mit einer maritimen Sperrzone im gesamten Persischen Golf bis zum Blockadeperimeter beantwortet“, schrieb Rezaei auf Englisch. „Die operative Haltung gegenüber US-Kriegsschiffen und -Stützpunkten wurde grundlegend neu justiert.“
Der Preis für Brent-Öl stieg im Tagesverlauf erstmals seit Ende Juli wieder über 98 US-Dollar pro Barrel. Grund dafür waren US-Angriffe auf drei iranische Rohöltanker am Wochenende als Vergeltung für iranische Raketenangriffe auf zwei Kriegsschiffe der US-Marine.
Kämpfe dauern an
Die Kämpfe dauerten gestern mit einem Angriff auf Ölanlagen von Saudi Aramco in der saudi-arabischen Stadt Jizan an.
Türkiye Today zufolge wurden am Montag die Jizan-Ölanlagen des staatlichen saudischen Ölkonzerns Aramco in der südlichen Region des Landes angegriffen, einen Monat nachdem die Anlage von den vom Iran unterstützten Huthis im Jemen attackiert worden war. Bislang hat sich noch keine Gruppe zu dem jüngsten Angriff bekannt.
„Dies stellt eine deutliche Eskalation dar“, sagte Arne Lohmann Rasmussen, Chefanalyst bei Global Risk Management, de Financial Times (FT). Er erklärte, die Märkte würden nun genau auf Anzeichen von Störungen der von Ölproduzenten und -händlern betriebenen Schiff-zu-Schiff-Transporte achten. Diese Transporte, die direkt vor der Küste des Golfs stattfinden, waren in den letzten Monaten eine wichtige Stütze der Ölmärkte.
Die Ölreserven außerhalb Chinas sind seit Beginn des Iran-Krieges um mehr als 400 Millionen Barrel gesunken, und die Ölmenge in den Tankern auf See befinde sich auf einem mehrjährigen Tiefstand. Händler gehen zunehmend davon aus, dass der Iran-Krieg deutlich länger dauern wird als bisher erwartet. Ein Manager eines Handelshauses sagte der FT, man gehe nun davon aus, dass die Straße von Hormus „nie wieder zum Normalzustand zurückkehren“ werde. Er bezog sich damit auf die vor dem Krieg üblichen 20 Millionen Barrel Rohöl und Kraftstoffe pro Tag, die durch diese Engstelle flossen.
Zuletzt hatten der amerikanische Präsident Donald Trump und sein Vize Prognosen zur Dauer des Kriegs abgegeben. Trump sagte, es könne sechs Monate dauern, Vance meinte, ein Ende sei nicht absehbar.
