Deutschland: Bond-Investoren werden vorsichtig

Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Montag nach dem deutlichen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt gefallen.

Der richtungsweisende Euro-Bund-Future verlor 0,3 Prozent und sank auf 121,78 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg auf rund 3,38 Prozent, berichtete dpa-AFX. Erst wenige Tage zuvor hatte sie mit 3,39 Prozent den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren erreicht.

Die AfD hatte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt knapp 44 Prozent der Stimmen gewonnen und damit die CDU von Bundeskanzler Friedrich Merz deutlich geschlagen. Merz erklärte anschließend, das Ergebnis habe seine Partei „bis ins Mark“ getroffen, berichtete Reuters.

Am Anleihemarkt wurde das Ergebnis zwar diskutiert, als entscheidender Belastungsfaktor für Bundesanleihen werteten Marktbeobachter die Wahl aber nicht. „Die Auswirkungen auf Bunds oder Länderanleihen dürften gering bleiben“, sagte Commerzbank-Analyst Rainer Guntermann laut dpa-AFX.

Wenn überhaupt, könne das Wahlergebnis Bundesanleihen leicht belasten, weil das schlechte Abschneiden von CDU und SPD die Konflikte innerhalb der Bundesregierung verschärfen und die Umsetzung geplanter Reformen erschweren könnte, so Guntermann. Damit liegt das Risiko für den Bondmarkt weniger in einem unmittelbaren politischen Kurswechsel als in der Frage, ob die Bundesregierung ihre Wirtschafts- und Reformagenda noch durchsetzen kann.

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