Russland greift Busse in der Ukraine an, Ukraine bombardiert Rechenzentrum in Russland

Bei einem russischen Angriff auf zwei Busse in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind mindestens 33 Menschen getötet worden. In derselben Nacht griff die Ukraine ein Rechenzentrum des russischen Technologiekonzerns Yandex in der Region Rjasan mit Drohnen an.

Dieses vom Büro der Staatsanwaltschaft der Region Donezk am 8. Oktober 2026 veröffentlichte Foto zeigt einen der beiden Passagierbusse, die in Kramatorsk, nahe der Frontlinie in der Ostukraine, während des russischen Einmarsches in die Ukraine von Geschossen getroffen wurden. (Foto: Büro der Staatsanwaltschaft der Region Donezk / AFP)
Dieses vom Büro der Staatsanwaltschaft der Region Donezk am 8. Oktober 2026 veröffentlichte Foto zeigt einen der beiden Passagierbusse, die in Kramatorsk, nahe der Frontlinie in der Ostukraine, während des russischen Einmarsches in die Ukraine von Geschossen getroffen wurden. (Foto: Büro der Staatsanwaltschaft der Region Donezk / AFP)

Bei einem russischen Angriff auf zwei Busse in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind am Donnerstagmorgen mindestens 33 Menschen getötet worden. 22 weitere wurden verletzt, berichtet der Kyiv Independent unter Berufung auf den ukrainischen Katastrophenschutz und den Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin.

Nach Angaben der ukrainischen Behörden traf eine russische Gleitbombe zwei Busse. In den Fahrzeugen brach anschließend Feuer aus. Einige der Verletzten befanden sich nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj weiterhin in kritischem Zustand.

Die Ukrainska Pravda berichtet unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft der Region Donezk, der Angriff habe sich gegen 10 Uhr ereignet. Getroffen worden seien zwei Linienbusse, die zum Zeitpunkt des Angriffs Passagiere beförderten. Nach vorläufigen Erkenntnissen der ukrainischen Behörden sei wahrscheinlich eine gelenkte Fliegerbombe vom Typ UMPB D-30 SN eingesetzt worden.

Wegen der verschlechterten Sicherheitslage stellten die Behörden anschließend den öffentlichen Nahverkehr in Kramatorsk und im benachbarten Slowjansk ein.

Kramatorsk liegt im ukrainischen Donbass und gehört zu einem stark umkämpften Frontabschnitt. Gemeinsam mit Slowjansk und Druschkowka bildet die Stadt einen wichtigen ukrainischen Verteidigungsraum. Der russische Militärexperte Andrej Marotschko sagte kürzlich, die Einnahme der drei stark befestigten Städte werde „mehr als einen Monat dauern, da jede einzelne als Festung dient“. Frontalangriffe seien dort „völlig nutzlos und sinnlos“.

Ukrainische Drohnen treffen Yandex-Rechenzentrum

In derselben Nacht griffen ukrainische Streitkräfte ein Rechenzentrum des russischen Technologiekonzerns Yandex in Sasowo in der Region Rjasan mit Drohnen an. Laut der russischen Exilzeitung Meduza brach in der Anlage ein Feuer aus. Menschen wurden demnach nicht verletzt, das Rechenzentrum musste seinen Betrieb jedoch zeitweise vollständig einstellen.

In der Folge kam es zu Störungen bei mehreren russischen Onlinediensten. Nutzer meldeten zunächst Probleme mit Yandex Disk und Yandex Documents. Später waren laut Meduza unter anderem auch Yandex Mail sowie Dienste von Cian, Avito, IVI, MegaFon, der Russischen Eisenbahn und T-Bank betroffen. Die Ausfälle könnten mit der Umverteilung von Serverkapazitäten nach dem Brand zusammengehangen haben.

Das Rechenzentrum befindet sich auf einem Teil des Geländes des früheren Maschinenbauwerks Sasta. Dort stehen auch zwei der drei Supercomputer von Yandex, Lyapunov und Chervonenkis. Sie werden zum Training neuronaler Netze eingesetzt. Ob die Systeme bei dem Angriff beschädigt wurden, war zunächst nicht bekannt.

Der ukrainische Präsident Selenskyj stellte den Angriff auf das Rechenzentrum später in einen Zusammenhang mit russischen Angriffen auf ukrainische Datenzentren. Russland habe solche Anlagen in der Ukraine wiederholt angegriffen und die Ukraine habe darauf geantwortet. Seit Ende September seien laut Meduza Rechenzentren von mindestens acht ukrainischen Unternehmen durch russische Angriffe beschädigt oder zerstört worden.

About WNM Redaktion 555 Articles
Die Artikel des World News Monitor (WNM) werden von Redakteuren recherchiert und geschrieben. Die Technologie von NewsTech hilft beim Auffinden von Themen und bei der Vertiefung der Recherche. Vor jeder Veröffentlichung erfolgt eine finale Qualitätskontrolle durch einen Redakteur.