Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach einem Treffen mit dem Sondergesandten des US-Präsidenten, Steve Witkoff, höflich zurückhaltend geäußert. Die Aussagen nach dem Treffen waren eher reserviert bis nichtssagend.
Immerhin: Eine neue Runde trilateraler Gespräche zwischen Russland, den USA und der Ukraine könnte in Abu Dhabi stattfinden, sagte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow. „Wir konzentrieren uns auf Abu Dhabi. Man hat sich auf Mitte November, etwa den 10. November, geeinigt“, zitierte ihn die Zeitung Vesti. Wer von russischer Seite teilnehmen soll, müsse Putin erst bestimmen.
Kreml-Sprecher Dimitri Peskow lobte laut Vesti Donald Trumps Wunsch, den Ukraine-Konflikt friedlich beizulegen: „Wir sehen, dass Präsident Trump aufrichtig und konsequent in seinem Wunsch ist, eine friedliche Lösung zu ermöglichen und alles auf den Weg zu einer Friedensregelung zu bringen.“
Putin will „prüfen und bewerten“
Putin werde alle Entwicklungen und Vorschläge, die Witkoff in die Gespräche eingebracht hat, prüfen und bewerten: „Witkoff hat einige Ideen eingebracht – insbesondere im Hinblick auf seine Treffen in Oslo mit Selenskyj und Vertretern europäischer Länder. Selbstverständlich werden alle diese Vorschläge vom Präsidenten geprüft und bewertet. Wir werden sehen, was als Nächstes geschieht.“
Peskow weiter: „Vieles hängt natürlich von den Ukrainern ab, unter anderem davon, ob sie zu einem Friedensabkommen bereit sind. Trump hat sehr deutlich gemacht, dass sie, wenn sie vor ein oder zwei Jahren einem Friedensabkommen zugestimmt hätten, eine für sie günstigere Einigung hätten erzielen können. Ihre Position hat sich verschlechtert. Und auch die Lage vor Ort hat sich verschlechtert, die Bedingungen verschlimmern sich täglich.“
Es sei allerdings „theoretisch möglich, einen wichtigen Schritt nach vorn zu machen.“
Witkoff überreicht Dokumente
Witkoff hatte zu Beginn des Treffens Dokumente vorgelgt: „Wir haben Ihnen einige Unterlagen zur Ansicht mitgebracht. Es handelt sich dabei um Ideen zu verschiedenen Elementen eines Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine. Sie können diese später in Ruhe lesen“, sagte Witkoff laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass.
Am Dienstag hatte sich eine ukrainische Delegation unter der Leitung von Wladimir Selenskyj und Witkoff in Oslo getroffem. Auf amerikanischer Seite nahm der Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner, per Videoschaltung teil. An dem Treffen nahmen außerdem der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Store und der finnische Präsident Alexander Stubb teil.
