Neue Schulden für Rüstung werden für Deutschland teurer

Deutschland erhöht seine Verteidigungsausgaben und nimmt dafür mehr Kredite auf. Gleichzeitig steigen die Renditen von Bundesanleihen auf den höchsten Stand seit 2009.

Die höheren Verteidigungsausgaben treffen auf deutlich gestiegene Finanzierungskosten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg am Mittwoch bis auf rund 3,57 Prozent und damit auf das höchste Niveau seit Juni 2009. Für den Bund verteuern sich damit neue Schulden. Das betrifft auch zusätzliche Kredite für Verteidigung und Sicherheit.

Für Verteidigung und Sicherheit sind im Bundeshaushalt 2026 Ausgaben von 100,9 Milliarden Euro vorgesehen. Davon liegen 57,6 Milliarden Euro oberhalb der Schwelle von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts und können zusätzlich über Kredite finanziert werden. Auch das Sondervermögen Bundeswehr wird über die Kreditaufnahme des Bundes finanziert. Ende August lag sein Kreditbestand laut Bundesfinanzministerium bei 55,3 Milliarden Euro.

Der Bund gibt dafür keine eigenen Rüstungsanleihen aus. Finanziert wird über Bundeswertpapiere verschiedener Laufzeiten. Steigen deren Renditen, wird neue Kreditaufnahme teurer.

30-jährige Bunds nahe vier Prozent

Auch bei langen Laufzeiten liegen die Zinsen hoch. Die bis 2056 laufende 30-jährige Bundesanleihe rentierte am Mittwoch mit 3,80 Prozent. Ihr 52-Wochen-Hoch liegt bei 3,91 Prozent. Bei einer Aufstockung der Anleihe am Mittwoch lag die Rendite ebenfalls bei 3,80 Prozent. Eine Woche zuvor waren es 3,90 Prozent.

Treasuries auf Mehrjahreshochs

Ähnlich ist die Entwicklung in den USA. Die Rendite zehnjähriger Treasuries stieg am Mittwoch bis auf 5,14 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2007.

Bei 30-jährigen US-Staatsanleihen erreichte die Rendite 5,37 Prozent und damit ein 22-Jahres-Hoch.

Auch eine Auktion fünfjähriger Treasuries fiel auf: Das US-Finanzministerium platzierte Papiere über 70 Milliarden Dollar zu 5,033 Prozent. Das war die höchste Auktionsrendite bei dieser Laufzeit seit Juni 2006.

About WNM Redaktion 543 Articles
Die Artikel des World News Monitor (WNM) werden von Redakteuren recherchiert und geschrieben. Die Technologie von NewsTech hilft beim Auffinden von Themen und bei der Vertiefung der Recherche. Vor jeder Veröffentlichung erfolgt eine finale Qualitätskontrolle durch einen Redakteur.