Ölpreis fällt, an den Tankstellen ist davon noch wenig zu sehen

Saudi-Arabien gibt an, seine Ost-west-Pipeline bald wieder eröffnen zu wollen. Der Ölpreis fällt, vor dem Trump-Xi-Gipfel gibt es reichlich Spekulationen.

Die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien. (Grafik mit Hilfe von KI erstellt)
Die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien. (Grafik mit Hilfe von KI erstellt)

Update 23.9., 11.45: An den Tankstellen ist der Preis für Benzin im Wochenvergleich leicht gesunken, der Dieselpreis hat sich dagegen noch nicht bewegt. Einer Auswertung des ADAC vom Mittwoch zufolge kostet ein Liter Super E10 aktuell 2,267 Euro und damit 3,3 Cent weniger als in der Vorwoche. Der Dieselpreis blieb in diesem Zeitraum nahezu unverändert, er liegt aktuell bei 2,428 Euro, das sind 0,6 Cent mehr als in der Vorwoche.

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Die Aussicht auf zusätzliche Lieferungen aus Saudi-Arabien und mögliche diplomatische Fortschritte im Iran-Konflikt haben die Ölpreise deutlich gedrückt. Brent verlor am Dienstag knapp drei Prozent und fiel unter 98 Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI gab um rund drei Prozent auf 92,94 Dollar nach. Damit erreichte der Ölmarkt ein Zweiwochentief, berichtet die Financial Times.

Der Grund: Saudi-Arabien arbeitet an der Wiederinbetriebnahme seiner Ost-West-Pipeline zum Rotmeerhafen Yanbu. Die rund 1.200 Kilometer lange Leitung umgeht die Straße von Hormus und verfügt über eine offizielle Kapazität von rund sieben Millionen Barrel täglich. Angeblich könnte die Reparatur bereits in wenigen Tagen beendet sein. Aramco äußerte sich vorerst nicht.

Auch Erwartungen diplomatischer Fortschritte zwischen Iran, den USA und China belasteten die Preise. Entscheidend bleibt, ob dadurch tatsächlich wieder größere Ölmengen aus der Region auf den Weltmarkt gelangen.

Gleichzeitig halten sich die US-Aktienmärkte auf hohem Niveau. Der S&P 500 bewegte sich am Dienstag nahe einem neuen Rekord, nachdem er am Vortag um 1,5 Prozent gestiegen war. Sinkende Ölpreise und damit nachlassende Inflationssorgen stützten die Aktienmärkte.

Benzin und Diesel bleiben teuer

Bei Benzin und Diesel ist bislang deutlich weniger Entspannung zu sehen. Die Internationale Energieagentur beziffert die Nettoexporte von Diesel und Gasoil aus den Golfstaaten im August auf durchschnittlich 390.000 Barrel täglich – nur etwas mehr als ein Viertel des Vorkriegsniveaus. Zugleich erreichten die Raffineriemargen im Atlantikraum Rekordstände.

In Deutschland kostete Super E10 am 22. September um 6 Uhr im Mittel 2,25 Euro je Liter, Diesel 2,42 Euro. Grundlage ist eine Auswertung des SWR der Preise von rund 15.000 Tankstellen in den vorangegangenen 24 Stunden.

Thema Insiderhandel

Im Umfeld früherer US-Entscheidungen zum Iran-Konflikt ist auch möglicher Insider-Handel nicht auszuschließen. Die Senatoren Elizabeth Warren und Sheldon Whitehouse forderten die US-Terminmarktaufsicht CFTC auf, auffällige Ölgeschäfte unmittelbar vor zwei Ankündigungen von Präsident Donald Trump zu untersuchen.

Vor der Bekanntgabe einer zweiwöchigen Waffenruhe am 7. April wurden demnach Wetten von rund 950 Millionen Dollar auf fallende Ölpreise platziert. Ob dabei nicht öffentliche Regierungsinformationen genutzt wurden, ist bislang nicht belegt. Die Einzelheiten dokumentiert der Bankenausschuss des US-Senats.

Auch Prediction Markets gerieten in den Blick. Nach Recherchen der Associated Press setzten mindestens 50 neu angelegte Polymarket-Konten wenige Stunden vor Trumps Ankündigung der Waffenruhe auf dieses Ereignis. Ein Konto setzte 72.000 Dollar ein und zahlte sich anschließend 200.000 Dollar aus, ein weiteres erzielte rund 125.500 Dollar. Die auffällige zeitliche Nähe führte zu Fragen nach möglichem Vorwissen, ist aber kein Beleg für die Nutzung vertraulicher Regierungsinformationen.

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