Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Samstag im Kreml den Sondergesandten des US-Präsidenten, Steve Witkoff, und den Unternehmer und Gründer von Affinity Partners, Jared Kushner, empfangen.
Auf russischer Seite nahmen der Präsidialberater Juri Uschakow und der Sonderbeauftragte des Präsidenten für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ausland sowie CEO des Russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF), Kirill Dmitrijew, an dem Treffen teil.
Statement des Kreml
Putin sagte laut der offiziellen Kreml-Mitteilung, dass er dem amerikanischen Präsidenten dankbar sei. Obwohl Donald Trump „sich der schwierigen Lage bewusst ist, setzt er seine Bemühungen um eine Lösung und einen Beitrag zur Beilegung des russisch-ukrainischen Konflikts fort“. Putin sagte, man werde „alle Aspekte und Komponenten des Konflikts erörtern, und wir möchten Ihnen unsererseits unsere Sicht der Dinge darlegen“.
Putin sagte weiter: „Wie Sie uns mitgeteilt haben, planen Sie nach Ihrem Besuch in Moskau eine Reise nach Kiew. Kontakte dieser Art sind in jedem Fall, unabhängig vom weiteren Verlauf, stets von Vorteil. Dabei spielen die Qualität der Vermittlung und das Vertrauen in die Beteiligten eine entscheidende Rolle. Wir schätzen die Zusammenarbeit mit Ihnen sehr und genießen großes Vertrauen.“
Aussagen von Witkoff
Steve Witkoff bedankte sich für die Einladung mit einer persönlichen Note: „Wir saßen eben draußen, Jared, Kirill und ich, und dann kam Juri dazu. Wir haben uns darüber unterhalten, dass wir, wenn wir im Ruhestand sind, all diese unglaublichen Geschichten und Erinnerungen haben werden, und Ihre Geschichte wird ganz oben stehen.“
Witkoff weiter: „Präsident Trump lässt Ihnen seine besten Grüße ausrichten. Die Familie Gilman ist Ihnen unendlich dankbar und dankt Ihnen von ganzem Herzen dafür, dass Bob Gilman nach Hause zurückkehren durfte.“ Der ehemalige Marinesoldat Robert Gilman befand sich mehrere Jahre in russischer Gefangenschaft.
Bericht in den USA
Axios berichtet: „Die Gesandten von Präsident Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, trafen sich am Samstag im Kreml mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und erörterten die US-amerikanischen Vorschläge zur Beendigung des Krieges in der Ukraine.“ Witkoff und Kushner wollten die direkten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine wieder aufnehmen, nachdem die Verhandlungen vor sechs Monaten ausgesetzt wurden und die Kämpfe vor dem Winter eskaliert sind.
Putin habe Witkoff und Kushner zu Beginn des dreistündigen Treffens erklärt, er habe „volles Vertrauen“ in die US-Vermittlung zwischen Russland und der Ukraine. Axios schreibt weiter, Putin habe zwar gesagt, er werde sein „Möglichstes tun, um die Sicherheit der Verhandlungen zu gewährleisten“. Russland habe jedoch in den vergangenen „Tagen seine Drohnen- und Raketenangriffe auf die Ukraine, darunter Kiew und andere Großstädte, drastisch verstärkt“.
Axios räsonierte über einen historischen Aspekt: „Sollte das Flugzeug der US-Regierung mit Witkoff und Kushner an Bord am Sonntag in der Ukraine landen, wäre es der erste internationale Flug, der seit Kriegsbeginn im Februar 2022 in dem Land landet.“
Stimmen aus Kiew
Der Kyiv Independent berichtet: „Die Gespräche folgten auf die Ankunft der Gesandten in Moskau am selben Tag, wo sie vom russischen Präsidentenbeauftragten Kirill Dmitrijew empfangen wurden“
„Willkommen in Moskau, Friedensstifter Witkoff und Kushner“, habe Dmitrijew auf X geschrieben und ein Video der Ankunft veröffentlicht,
Laut russischen Staatsmedien seien die Unterhändler später beim Geschäftsessen mit Dmitrijew in einem Moskauer Restaurant gesehen worden. Ihr Treffen dauerte Berichten zufolge etwa dreieinhalb Stunden.
Putin habe die Lage als „nicht einfach“ bezeichnet. und fügte hinzu, dass russische Streitkräfte seit Mitternacht am 5. September keine Angriffe mehr auf Kiew durchgeführt hätten und dass die „ukrainische Seite die Intensität der Angriffe auf russisches Territorium seitdem deutlich reduziert hat“.
Die Ukrainska Pravda schrieb, Putin habe erklärt, er plane, mit Witkoff und Kushner „alle Modalitäten“ einer Lösung im Ukraine-Konflikt zu besprechen.
Putin habe betont, „Moskau arbeite gerne mit Witkoff und Kushner zusammen und solche Kontakte seien stets von Vorteil“.
Witkoff seinerseits habe „die Kommunikation mit dem russischen Präsidenten als einen der schönsten und unvergesslichsten Momente seines Lebens“ bezeichnet.
