In einer Bodenstation des Satelliten-Internetsystems Starlink in Zentralpolen ist am Mittwochabend ein Feuer ausgebrochen. Betroffen war eine Anlage in Wola Krobowska in der Woiwodschaft Masowien. Die Station ist Teil der Infrastruktur, über die Internetverbindungen in Mittel- und Osteuropa einschließlich der Ukraine abgewickelt werden. Das melden die AFP und Reuters.
Wie der polnische Sender RMF FM berichtete, bemerkte der Eigentümer des Grundstücks, auf dem sich Teile der Kommunikationsanlage befinden, am späten Mittwochabend das Feuer und alarmierte die Rettungskräfte. Feuerwehrleute löschten den Brand. Nach ersten Erkenntnissen könnte eine elektrische Verteileranlage in Brand gesetzt worden sein. Auch ein Stromgenerator wurde beschädigt.
Nach Angaben der Feuerwehr war die Stromversorgung eines Containers von dem Feuer betroffen. Drei Löschfahrzeuge waren ab etwa 21.30 Uhr im Einsatz. Anschließend übernahm die Polizei die weiteren Ermittlungen. Neben Polizeikräften wurden auch der polnische Inlandsgeheimdienst ABW und das Zentrale Ermittlungsbüro der Polizei über den Vorfall informiert.
Die Bodenstation in Wola Krobowska bildet zusammen mit einer ähnlichen Anlage bei Kaunas in Litauen einen wichtigen Teil der Starlink-Infrastruktur in Mittel- und Osteuropa. Polens Vizepremier und Digitalminister Krzysztof Gawkowski erklärte im Sender TVP Info, Betreiber der Station sei das staatliche Telekommunikationsunternehmen Exatel. Über die Anlage werde Internetverkehr durch Polen auch in die Ukraine geleitet.
Keine Störungen des Internetverkehrs
Größere Unterbrechungen der Internetversorgung wurden zunächst nicht bekannt. Gawkowski erklärte jedoch, die Beschädigung der Stromversorgung habe nach seiner Einschätzung darauf abgezielt, den Betrieb der Station zu unterbrechen und damit den Internetzugang zu stören.
Ziel sei gewesen, zu verhindern, dass der Internetverkehr weiterlaufe und damit, wie Gawkowski sagte, „verschiedene Institutionen, darunter die Armee, die ukrainische Armee, einen beeinträchtigten Zugang zum Internet“ hätten.
Wer für den Brand verantwortlich ist, ist bislang nicht geklärt. Der Minister bezeichnete den Vorfall als Sabotage. „Es ist klar zu erkennen, dass diese Sabotagehandlungen darauf ausgerichtet waren, den Betrieb dieser Station unmöglich zu machen“, sagte Gawkowski. Derzeit könne nicht festgestellt werden, ob Russland hinter dem Vorfall stehe. Vieles deute seiner Einschätzung nach jedoch darauf hin, da das Vorgehen in eine neue russische Militär-Doktrin passe.
