Knapp zwei Monate vor den US-Zwischenwahlen ist auch die republikanische Mehrheit im Senat gefährdet. Die Demokraten benötigen netto vier zusätzliche Sitze. Rennen in bislang stark republikanisch geprägten Staaten wie Texas, Iowa, Alaska und Ohio sind inzwischen konkurrenzfähiger geworden, berichtete die Associated Press.
Selbst der republikanische Mehrheitsführer John Thune räumt die Gefahr ein. „Ich bin Realist“, sagte Thune laut AP. Derzeit herrsche ein „umkämpftes Umfeld“.
Die Demokraten sehen inzwischen mehrere Wege zur Mehrheit. „Wir haben jetzt mehrere Wege zur Mehrheit“, sagte der demokratische Senatsführer Chuck Schumer laut AP. Vor einem Jahr habe kaum jemand auf Staaten wie Iowa oder Texas geschaut. Allerdings sind für die Partei zugleich wichtige Rennen in Michigan und Maine schwieriger geworden.
Rückenwind erhalten die Demokraten vor allem durch die Unzufriedenheit mit Trump und der Wirtschaft. Viele Wähler hätten den Eindruck, Trump konzentriere sich nicht auf ihr wichtigstes Problem, die Bezahlbarkeit des Alltags, sagte Senatsanalystin Jessica Taylor vom Cook Political Report laut Reuters. Wer seinen Unmut über den Präsidenten ausdrücken wolle, könne dies bei den Zwischenwahlen durch eine Stimme gegen dessen Partei tun.
Umfragen zeigen laut Reuters zudem eine höhere Wahlmotivation bei Demokraten. Registrierte Wähler bevorzugten demokratische Kandidaten zuletzt mit fünf Prozentpunkten Vorsprung. „Es gibt keinen Zweifel, dass die Demokraten landesweit mehr Stimmen gewinnen werden“, sagte der demokratische Stratege Jesse Ferguson laut Reuters. Offen sei, ob strukturelle Nachteile eine Senatsmehrheit verhindern.
Ein Verlust des Senats würde Trumps Handlungsspielraum deutlich einschränken. Eine demokratische Mehrheit könnte zahlreiche Personalentscheidungen des Präsidenten blockieren – im Fall einer Vakanz auch die Ernennung eines Richters am Supreme Court, berichtete Reuters.
