Von der Leyen will Industrie-Champion für das Weltall

Die Präsidentin der EU-Kommission prescht vor, die Wettbewerbshüter müssen allerdings erst prüfen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich öffentlich hinter das geplante Raumfahrt-Gemeinschaftsunternehmen von Airbus, Leonardo und Thales gestellt. Die Unterstützung ist ungewöhnlich, weil die Wettbewerbshüter der EU den Zusammenschluss noch prüfen müssen, berichtet Politico.

Airbus, Thales und Leonardo wollten mit ihrem Projekt „Bromo“ jene Größe erreichen, die europäische Unternehmen im weltweiten Wettbewerb benötigten, sagte von der Leyen laut Euractiv bei einem Weltraumgipfel in Paris. Es seien genau jene „industriellen Champions“, die Europa brauche. Die Unternehmen stehen laut Euractiv bereits mit der EU-Kommission in Kontakt, haben das Vorhaben bei der Wettbewerbsbehörde DG COMP aber noch nicht formell angemeldet.

Kritik richtet sich vor allem gegen den Zeitpunkt der Äußerung. Eine öffentliche Unterstützung durch die Kommissionspräsidentin könne Zweifel an einem ergebnisoffenen Wettbewerbsverfahren wecken, berichtete der Wettbewerbsdienst MLex. Stellungnahmen zu noch nicht angemeldeten Zusammenschlüssen seien bei der Kommission normalerweise tabu.

Auch der deutsche Satellitenhersteller OHB lehnt das Vorhaben ab. Der Zusammenschluss beeinträchtige die Lieferkette und sei eher eine „Störung des Marktes“, sagte OHB-Chef Marco Fuchs laut Reuters. Sollte die EU-Kommission die Fusion genehmigen, werde OHB rechtliche Schritte erwägen.

Airbus, Leonardo und Thales wollen große Teile ihrer Raumfahrtaktivitäten in einem gemeinsamen Unternehmen bündeln. Dieses soll rund 25.000 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von etwa 6,5 Milliarden Euro haben, teilten die Konzerne mit. Airbus soll 35 Prozent halten, Leonardo und Thales jeweils 32,5 Prozent. Der Start ist vorbehaltlich der regulatorischen Genehmigungen für 2027 vorgesehen.

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