Chinas Notenbank weist Vorwurf gezielter Yuan-Abwertung zurück

Die People’s Bank of China weist den Vorwurf zurück, China verschaffe sich durch einen schwachen Yuan Wettbewerbsvorteile. Der Wechselkurs werde maßgeblich vom Markt bestimmt.

China strebt nach Angaben der People’s Bank of China (PBOC) keine Wettbewerbsvorteile durch eine Abwertung des Yuan an. Das Land habe weder die Absicht noch die Notwendigkeit, seine Währung gezielt zu schwächen, teilte die chinesische Zentralbank am Donnerstag mit.

China verfolge ein System eines gesteuerten, an Angebot und Nachfrage orientierten Wechselkurses, der sich an einem Währungskorb orientiere. Die Marktkräfte spielten bei der Bestimmung des Yuan-Kurses eine entscheidende Rolle, erklärte die PBOC.

Die Zentralbank erklärte zudem, weder ein bestimmtes Wechselkursniveau anzustreben noch die längerfristige Entwicklung des Yuan festlegen zu wollen. Regelmäßige Interventionen am Devisenmarkt habe sie seit 2017 schrittweise eingestellt. Eingriffe seien vor allem dann vorgesehen, wenn starke kurzfristige Schwankungen die Finanzstabilität gefährdeten oder sich irrationale Markterwartungen verstärkten.

Yuan seit 2005 deutlich aufgewertet

Nach Angaben der PBOC hat sich der Yuan seit Juli 2005 von 8,27 Yuan je US-Dollar auf zuletzt rund 6,7 Yuan je Dollar verteuert. Das entspreche einer Aufwertung von insgesamt rund 23 Prozent. Seit 2025 habe die chinesische Währung gegenüber dem Dollar etwa neun Prozent zugelegt.

Die Zentralbank verwies darauf, dass der Yuan seit 2010 mehrere Phasen von Auf- und Abwertung durchlaufen habe. Die Schwankungen in beide Richtungen seien ausgeprägter geworden und die Flexibilität des Wechselkurses habe zugenommen.

PBOC fordert strukturelle Reformen

Die Zentralbank wandte sich zugleich gegen die Auffassung, globale Handelsungleichgewichte ließen sich vor allem auf Wechselkurse zurückführen. Solche Ungleichgewichte seien unter anderem Folge der internationalen Arbeitsteilung, struktureller Schwächen des internationalen Währungssystems sowie unterschiedlicher Spar- und Investitionsquoten in einzelnen Volkswirtschaften.

Für ihren Abbau seien deshalb Anpassungen sowohl in Überschuss- als auch in Defizitländern erforderlich, erklärte die PBOC. Defizitländer sollten unter anderem ihre Haushaltslage verbessern, die Sparquote erhöhen und ihre industrielle Wettbewerbsfähigkeit stärken. Überschussländer sollten zugleich Konsum und Investitionen ausweiten.

Kein einfacher Zusammenhang zwischen Yuan und Exporten

Die Notenbank verwies außerdem darauf, dass Chinas Anteil an den weltweiten Exporten zwischen 2005 und 2008 trotz einer Aufwertung des Yuan gegenüber dem Dollar um rund 21 Prozent um 2,4 Prozentpunkte gestiegen sei. Daraus lasse sich nach Ansicht der PBOC kein einfacher Zusammenhang zwischen Wechselkurs und Exportentwicklung ableiten.

China werde weiterhin die Binnennachfrage stärken und seine wirtschaftliche Öffnung vorantreiben, teilte die Zentralbank mit.

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