Dürre in Ungarn: Von Juni bis August fielen im Landesmittel nur 74,1 Millimeter Niederschlag. Das entsprach 36 Prozent des Durchschnitts der Jahre 1991 bis 2020. Damit war der Sommer 2026 laut HungaroMet der trockenste seit 1901. Die Durchschnittstemperatur lag bei 23,43 Grad Celsius und damit deutlich über dem Klimamittel von 20,84 Grad. Der Sommer war zugleich der zweitwärmste seit 1901.
Die Trockenheit hatte sich bereits vor dem Sommer aufgebaut. Nach Angaben von HungaroMet begann die trockene Phase in der zweiten Hälfte des Jahres 2025. Auch im Winter 2025/26 und im Frühjahr 2026 fiel insgesamt weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Im April lag die Niederschlagsmenge landesweit rund 90 Prozent unter dem Durchschnitt.
Rekordwerte bei Niederschlag und Dürreindex
Auch der sogenannte SPEI-Index, der Niederschlag und potenzielle Verdunstung berücksichtigt, erreichte 2026 Extremwerte. Die landesweiten Werte auf sechs- und zwölfmonatiger Zeitskala lagen im August unter minus 2,5. Das waren die niedrigsten Werte der Datenreihe von 1901 bis 2026. HungaroMet bezeichnet die Dürre auf Grundlage dieser Indizes als die schwerste der vergangenen 126 Jahre.
Von Januar bis September fielen in Ungarn im Landesmittel 251,7 Millimeter Niederschlag. Das waren 47 Prozent weniger als im Durchschnitt von 1991 bis 2020, der für diesen Zeitraum bei 471,1 Millimetern liegt. Nach den am 6. Oktober veröffentlichten Daten von HungaroMet war dies der trockenste Januar-bis-September-Zeitraum seit 1901.
Besonders trocken waren Zentralungarn und die Große Ungarische Tiefebene. Dort fielen in den ersten neun Monaten auf großen Flächen weniger als 200 Millimeter Niederschlag. In weiten Teilen des Landes lag das Defizit gegenüber dem langjährigen Mittel bei 200 bis 300 Millimetern.
Auch Anfang Oktober blieb der Boden stark ausgetrocknet. Am 7. Oktober lag die Feuchtigkeit in der oberen 50-Zentimeter-Bodenschicht nach Angaben von HungaroMet bei 10 bis 25 Prozent des für Pflanzen verfügbaren Wassergehalts. In den vorausgegangenen 90 Tagen waren vielerorts 120 bis 180 Millimeter weniger Niederschlag gefallen als im langjährigen Durchschnitt.
