Unwetter in Spanien, Italien erwartet Starkregen

Heftiger Dauerregen hat im Osten Spaniens schwere Überschwemmungen ausgelöst. Unterdessen bereitet sich Norditalien auf schwere Gewitter und Starkregen vor.

Bewohner beobachten am 19. Oktober 2026 in Els Poblets (Ostspanien) nach heftigen Regenfällen aufgetürmte Fahrzeuge. (Foto: Jose JORDAN / AFP)
Bewohner beobachten am 19. Oktober 2026 in Els Poblets (Ostspanien) nach heftigen Regenfällen aufgetürmte Fahrzeuge. (Foto: Jose JORDAN / AFP)

Nach den schweren Überschwemmungen im Osten Spaniens hat sich die Lage am Montagabend deutlich gebessert. Die Regionalregierung der Comunidad Valenciana hob die letzten noch geltenden Ausgangs- und Verkehrsbeschränkungen auf. Zuvor waren zeitweise zahlreiche Gemeinden an der Küste von Valencia und Alicante von den Maßnahmen betroffen. Wie El País berichtet, waren während des Unwetters mehr als tausend Rettungseinsätze notwendig. Auch die militärische Nothilfeeinheit UME soll angesichts der verbesserten Lage schrittweise abgezogen werden. Erst vor wenigen Wochen war Spanien von schweren Unwettern heimgesucht worden.

Überschwemmungen an der Mittelmeerküste

Besonders heftig traf die DANA „Adam“ den Süden der Provinz Valencia und den Norden der Provinz Alicante. Häuser und Straßen wurden überflutet, Wasserläufe traten über die Ufer und mehrere Orte waren zeitweise kaum erreichbar. Rettungskräfte brachten Menschen mit Booten und Hubschraubern in Sicherheit.

DANA ist die spanische Abkürzung für Depresión Aislada en Niveles Altos, ein isoliertes Tiefdruckgebiet in höheren Schichten der Atmosphäre. Nach der Definition des spanischen Wetterdienstes Aemet hat sich ein solches Tief vollständig von der Höhenströmung abgetrennt. Eine DANA führt nicht automatisch zu einer Unwetterkatastrophe. Im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren – etwa warmer und sehr feuchter Luft vom Mittelmeer – kann sie jedoch außergewöhnlich heftige Niederschläge begünstigen.

In den besonders stark betroffenen Gebieten wurden außergewöhnliche Regenmengen gemessen. El País berichtet von örtlichen Summen von bis zu rund 700 Litern pro Quadratmeter während des Ereignisses.

Vier Tote

Vier Menschen kamen während des Unwetters ums Leben. Zwei Todesfälle wurden in Oliva gemeldet, ein weiterer in Sagunt und einer in Katalonien. Bei einem der Opfer in Oliva handelt es sich um einen 64 Jahre alten Mann, der auf einem Campingplatz einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitt. Die Behörden werten seinen Tod als mittelbar mit dem Unwetter verbunden. Eine 79-jährige Frau wurde in Oliva tot in einer Erdgeschosswohnung gefunden.

In Sagunt ertrank am Sonntag eine Frau, die während der Unwetterwarnung ins Meer gegangen war. In Katalonien wurde eine Frau von einem stark angeschwollenen Wasserlauf mitgerissen. Damit bleibt die bestätigte Bilanz bei vier Toten.

Beschränkungen am Abend aufgehoben

Die Generalitat hatte am Montag wegen der Überschwemmungen umfangreiche Mobilitätsbeschränkungen verhängt. Im Laufe des Nachmittags wurden sie zunächst auf wenige besonders betroffene Orte begrenzt. Nach einer weiteren Sitzung des Krisenstabs am Abend hob die Regionalregierung schließlich auch die letzten Einschränkungen auf.

Auch der Bahnverkehr normalisierte sich teilweise. Die zuvor gesperrten Vorortlinien zwischen Valencia und Gandia sowie zwischen Valencia und Xàtiva beziehungsweise Moixent wurden am Abend wieder freigegeben.

Die unmittelbare Gefahr war damit jedoch nicht vollständig vorüber. Der spanische Wetterdienst Aemet warnte an der Küste von Valencia und Castellón weiterhin vor kräftigen Schauern, Gewittern, starkem Wind und hohem Wellengang.

Italien bereitet sich auf Starkregen vor

Auch in Italien verschlechtert sich die Wetterlage. Ein direkter Zusammenhang mit der spanischen DANA „Adam“ ist dabei nicht belegt. Der italienische Zivilschutz spricht von einer atlantischen Störung, die vom westlichen Mittelmeer nach Osten zieht und in der Nacht zum Dienstag Italien erreicht.

Zunächst werden vor allem im Nordwesten und anschließend in weiten Teilen Nord- und Mittelitaliens kräftige Regenfälle und Gewitter erwartet. Besonders betroffen sein könnte Ligurien. Dort gilt am Dienstag für den Westen und die Mitte der Region die Warnstufe Orange. Der Wetterdienst Arpal warnt vor stationären und lang anhaltenden Gewittern sowie hohen Regenmengen.

Auch stürmischer Wind und hoher Wellengang sind möglich. Wegen der Warnlage bleiben am Dienstag in Genua die Schulen geschlossen. Das beschloss der kommunale Krisenstab am Montag. Auch mehrere andere Gemeinden Liguriens kündigten Schulschließungen an.

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