Steigende Meere bedrohen vier Staaten

Tuvalu, Kiribati, die Marshallinseln und die Malediven sind vom steigenden Meeresspiegel besonders bedroht. Die UN verabschieden eine neue Erklärung.

Karte: World News Monitor (mit Hilfe von KI erstellt)
Karte: World News Monitor (mit Hilfe von KI erstellt)

Für einige Länder ist der steigende Meeresspiegel längst keine abstrakte Prognose mehr. Ganze Staatsgebiete könnten langfristig unbewohnbar werden. Bei einem hochrangigen Treffen der Vereinten Nationen in New York haben die Mitgliedstaaten am Donnerstag über den Umgang mit dem Meeresspiegelanstieg beraten.

Besonders gefährdet sind Tuvalu, Kiribati und die Marshallinseln im Pazifik sowie die Malediven im Indischen Ozean. Nach Daten der Weltbank leben auf den Malediven und in Tuvalu praktisch 100 Prozent der Bevölkerung weniger als fünf Meter über dem Meeresspiegel. Auf den Marshallinseln sind es rund 99 Prozent, in Kiribati etwa 95 Prozent.

Dabei geht es nicht nur um den Verlust einzelner Küstenabschnitte. Tuvalu, Kiribati und die Marshallinseln liegen im Schnitt nur wenige Meter über dem Meer. Steigendes Wasser erhöht dort das Risiko von Überschwemmungen, Küstenerosion und der Versalzung von Süßwasser. Langfristig stellt sich sogar die Frage, ob Teile dieser Staaten dauerhaft bewohnbar bleiben.

Millionen Menschen in Bangladesch gefährdet

Das Problem reicht weit über kleine Inselstaaten hinaus. Besonders viele Menschen könnten in Bangladesch betroffen sein. Das dicht besiedelte Land liegt zu großen Teilen im Delta von Ganges, Brahmaputra und Meghna.

Nach Angaben der Vereinten Nationen könnten bei einem Meeresspiegelanstieg von einem Meter rund 4.000 Quadratkilometer Land überflutet werden. Klimafolgen einschließlich steigender Meeresspiegel könnten bis 2050 dazu führen, dass mehr als 13 Millionen Menschen innerhalb Bangladeschs ihre Heimat verlassen müssen.

Der Meeresspiegel steigt zudem immer schneller. Nach UN-Angaben nahm der globale mittlere Meeresspiegel zwischen 1993 und 2002 um durchschnittlich rund 2,1 Millimeter pro Jahr zu. Zwischen 2015 und 2024 waren es bereits etwa 4,7 Millimeter jährlich. Rund 900 Millionen Menschen leben weltweit in niedrig gelegenen Küstengebieten.

Für große Küstenstaaten bedeutet der Anstieg vor allem höhere Kosten für Schutzbauten, häufigere Überflutungen und mögliche Umsiedlungen. Für extrem niedrig gelegene Inselstaaten geht es dagegen im äußersten Fall um ihre physische Existenz.

Damit stellen sich auch grundsätzliche Fragen: Was geschieht mit einem Staat, wenn große Teile seines Territoriums dauerhaft im Meer versinken? Bleiben Staatsgrenzen, Staatsangehörigkeit und maritime Hoheitsrechte bestehen? Für Länder wie Tuvalu, Kiribati und die Marshallinseln sind diese Fragen längst mehr als theoretisch.

Beim Treffen in New York forderten die Vereinten Nationen deshalb neben stärkeren Klimaschutzmaßnahmen auch mehr Geld für Anpassung. Dazu zählen Deiche, widerstandsfähige Infrastruktur, der Schutz von Mangroven und Feuchtgebieten sowie Frühwarnsysteme.

Die Dimension des Problems zeigt sich besonders deutlich an wenigen Ländern: Auf den Malediven, in Tuvalu, Kiribati und auf den Marshallinseln bedroht der steigende Meeresspiegel langfristig große Teile des bewohnbaren Staatsgebiets. In Bangladesch könnten Millionen Menschen zur Umsiedlung gezwungen werden.

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