Iran-Krieg: Türkei und Pakistan erwägen Kriegseintritt gegen Huthis

Die neue Militär-Allianz könnte erstmals aktiviert werden, um Saudi-Arabien in den Kämpfen gegen die mit dem Iran verbündeten Huthi-Milizen zu unterstützen. Auch Frankreich will Truppen schicken.

Dieses vom türkischen Präsidialamt am 7. August 2026 veröffentlichte Foto zeigt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan (links), den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (Mitte) und den pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif bei einem Treffen in Mekka. (Foto: Türkisches Präsidialamt / AFP)

Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben ein Treffen ihrer Generalstabschefs angekündigt. Es geht um die Frage, ob die jüngst geschlossene Militärallianz erstmals aktiviert werden soll, und die saudischen Streitkräfte im Kampf gegen die Huthis und damit indirekt gegen den Iran aktiviert werden soll. Das berichten Al Jazeera, National News aus Abu Dhabi und saudische Staatsmedien.

Der saudische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan traf sich am Donnerstag in der Ständigen Vertretung Saudi-Arabiens bei den Vereinten Nationen in New York mit dem pakistanischen Vizepremierminister und Außenminister Mohammad Ishaq Dar sowie dem türkischen Außenminister Hakan Fidan.

Laut saudischen Staatsmedien erörterten die drei Minister die Vorbereitungen für ein „dringendes Treffen ihrer Militärchefs, um Möglichkeiten zur Unterstützung Saudi-Arabiens“ im Rahmen des Mekka-Verteidigungsabkommens zu prüfen. Dieses Abkommen sieht vor, dass ein Angriff auf eine Partei als Angriff auf alle gilt.

In einer seltenen Botschaft rief der saudische Großmufti Scheich Saleh bin Fawzan die an der Front stationierten Soldaten dazu auf, „ständig bereit zu sein, ihren Dienst zu tun“. Er forderte sie auf, „den Herrschern und ihren Kommandeuren im Feld zu gehorchen“ und deren Befehle auszuführen.

Am Donnerstag gab die von Saudi-Arabien angeführte Koalition bekannt, sechs von den Huthis abgefeuerte ballistische Raketen abgefangen und zerstört zu haben. Gleichzeitig vereitelte die Luftabwehr Angriffe auf die saudischen Städte Taif und Yanbu.

Die Huthis haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien im Zuge einer umfassenderen Eskalation mit Beteiligung iranisch-naher bewaffneter Gruppen im Nahen Osten verstärkt. Ein Angriff, der iranisch-nahen Kämpfern im Irak zugeschrieben wird, unterbrach vergangene Woche die Öl-Versorgung durch die Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens. Die Pipeline wurde zur wichtigsten Exportroute des Königreichs für Öl und Gas, nachdem der Iran zu Beginn des aktuellen Krieges die Straße von Hormus blockiert hatte.

Die Eskalation hat auch Besorgnis um die Sicherheit der Schifffahrt in einer weiteren wichtigen Wasserstraße – Bab al-Mandab – ausgelöst, nachdem die Huthis in den letzten Wochen den Großteil der jemenitischen Westküste unter ihre Kontrolle gebracht haben.

Eine Koalition von 80 Ländern forderte am Donnerstag die vollständige Wiederherstellung der Schifffahrt im Arabischen Golf und warnte, dass die vom Iran verhängten Beschränkungen und die erneuten Angriffe der Huthis den internationalen Handel und die regionale Sicherheit gefährden.

Frankreich wird Truppen und Verteidigungssysteme nach Saudi-Arabien entsenden, um die für den Energietransport wichtige Hafenstadt Yanbu am Roten Meer zu schützen, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag. „Dies ist die Vereinbarung, die wir mit den Saudis getroffen haben: Wir werden militärische Ressourcen, also Soldaten, Radarsysteme und Verteidigungssysteme, entsenden, um diesen Standort zu schützen – nicht um uns in Konflikte verwickeln zu lassen, sondern um diesen Standort zu schützen“, sagte Macron gegenüber TF1 und France 2.

Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan hatten am 7. August das Gemeinsame Verteidigungsabkommen von Mekka unterzeichnet, um die kollektive Abschreckung zu stärken und die Verteidigungszusammenarbeit auszubauen. Das Abkommen sieht vor, dass ein Angriff auf eines der drei Länder als Angriff auf alle drei gilt. Der amerikanische Präsident Donald Trumo hatte das Abkommen damals ausdrücklich gelobt. Die US-Regierung sucht seit längerem nach Alliierten im Krieg gegen den Iran.

Die drei Länder haben seither begonnen, Mechanismen im Rahmen des Abkommens einzurichten. Ihre Außen- und Verteidigungsminister sowie die Militärchefs trafen sich am 31. August in Istanbul zur ersten Sitzung des Strategischen Politischen und Verteidigungsausschusses und vereinbarten die Einrichtung eines Sekretariats in Saudi-Arabien sowie die Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit.

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