Ein Bündnis von über 280 Organisationen und Friedensgruppen ruft zu Demonstrationen am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart auf. Das Motto lautet: „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg! – Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit!“ Die Demonstrationen finden vor dem Brandenburger Tor in Berlin und auf dem Schlossplatz in Stuttgart statt.
Wiltrud Rösch-Metzler von Pax Christi, die die Demo in Stuttgart organsiert, sagte World News Monitor zur Motivation der Veranstaltung: „Bundeskanzler Friedrich Merz will, dass Deutschland die größte militärische Streitmacht in Europa wird. Wir fordern dagegen Verhandlungen, eine diplomatische Offensive. Deutschland muss die größte diplomatische Streitmacht in Europa werden.“
Rösch-Metzler erwartet tausende Teilnehmer allein in Stuttgart. Sie sagte: „Wie sehen vor allem, dass die Jungen wieder kommen. Mit der Wehrpflicht betrifft das Thema viele plötzlich persönlich.“ Rückenwind spürt Rösch-Metzler auch von der katholischen Kirche: „Papst Leo hat in seiner jüngsten Enzyklika ganz klar gesagt, dass kein Geld für Tötungsmaschinen ausgegeben werden darf, sondern dass die Mittel verwendet werden sollen, um den Armen zu helfen oder die Umwelt zu bewahren.“ Über die Mitwirkung von Politikern sagt Rösch-Metzler, es sei „schwieriger geworden“, Politiker dazu zu bringen sich für den Frieden zu engagieren. Nur noch ein kleiner Kreis in der SPD sowie die Linke und das BSW würden das Thema vorantreiben. In Berlin und Stuttgart werden jeweils Vertreter des BSW und der Linken sprechen, nämlich Sevim Dagdelen, Özlem Alev Demirel, Christian Leye und Sören Pellmann.
Neben den Kriegen im Iran und in der Ukraine richten sich die Demonstrationen „gegen die aberwitzige Hochrüstung, mit der CDU und SPD, unterstützt von den Grünen und der AfD, Deutschland zur Führungsmacht in Europa machen wollen, sowie gegen die Bestrebungen, die Gesellschaft zu militarisieren“. Angeführt von Jugendgruppen und der Schulstreikbewegung ist man „entschieden gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht, und gemeinsam mit Gewerkschaften engagieren sich die aufrufenden Gruppen dagegen, dass der Sozialhaushalt ,reformiert‘ werden soll“. Dies sei nichts anderes als „ein Euphemismus für einen brutalen Kahlschlag gegen soziale Errungenschaften ist“.
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Videogrußbotschaften kommen unter anderem von der evangelischen Bischöfin Margot Käßmann und dem früheren IG Metall-Chef Klaus Zwickel. Zwickel sagt in seinem Grußwort, dessen Text World News Monitor vorliegt, militärische Aufrüstung führe „immer zum Abbau sozialer Leistungen und Einrichtungen“. Damit des „möglichst ohne Widerstand akzeptiert wird, brauchen die politisch und wirtschaftlich Mächtigen einen Feind“. Doch „der Widerstand gegen diese menschenverachtende Politik nimmt zu“, so Zwickel.
