Schweizer Gletscher verlieren mehr als fünf Prozent ihres Volumens

Ursachen für den Schwund sind vor allem ein schneearmer Winter und mehrere Hitzeperioden zwischen Mai und September.

Der Aletschgletscher im Schweizer Kanton Wallis, aufgenommen vom Eggishorn im Juli 2019. Foto: Gzzz / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Der Aletschgletscher im Schweizer Kanton Wallis, aufgenommen vom Eggishorn im Juli 2019. Foto: Gzzz / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Die Schweizer Gletscher haben in der Messperiode 2025/26 erneut stark an Masse verloren. Nach Angaben des Schweizerischen Gletschermessnetzes GLAMOS verschwanden mehr als fünf Prozent des verbliebenen Eisvolumens. Damit liegt die Messperiode 2026 beim Eisverlust nur knapp hinter dem bisherigen Rekordjahr 2022.

Die Ergebnisse stammen aus Messungen von GLAMOS und wurden am 1. Oktober von der Schweizerischen Kommission für Kryosphärenbeobachtung der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz veröffentlicht.

Als Ursachen nennen die Fachleute vor allem einen schneearmen Winter und mehrere Hitzeperioden zwischen Mai und September. Das Winterhalbjahr von November 2025 bis April 2026 gehörte gemessen an der mittleren Schneehöhe zu den zehn schneeärmsten seit Messbeginn. Ein eigener GLAMOS-Winterbericht kommt zudem zu dem Ergebnis, dass auf den Schweizer Gletschern Ende April rund 25 Prozent weniger Schnee lag als im Mittel der Jahre 2010 bis 2020.

Von Mai bis September war jeder Monat von Trockenheit und mindestens einer Hitzeperiode geprägt. Die Nullgradgrenze lag in diesem Zeitraum an 76 Tagen über 4000 Metern. Nach Angaben der Schweizerischen Kommission für Kryosphärenbeobachtung war das mehr als doppelt so häufig wie im Mittel und damit ein Rekordwert.

Die mittlere Eisdicke einzelner Gletscher nahm laut GLAMOS um 2,5 bis vier Meter ab. Auf manchen Gletscherzungen gingen über den Sommer stellenweise bis zu zehn Meter Eis verloren. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist das gesamte Eisvolumen der Schweizer Gletscher um fast 20 Prozent zurückgegangen.

An mehreren großen Gletschern war die Schmelze besonders stark. Am Allalingletscher, am Claridengletscher, am Großen Aletschgletscher und am Rhonegletscher wurden 2026 die bislang stärksten dort gemessenen Schmelzverluste registriert. Auch zahlreiche kleine Gletscher verschwinden. Die Schweizer Fachleute nennen unter anderem den Bella-Tola-Gletscher im Wallis sowie Griessfiren und Plattalvafirn im Kanton Glarus.

Zwischen Juli und September verloren die Schweizer Gletscher nach den Berechnungen insgesamt rund 2200 Milliarden Liter Wasser. Das entspricht 2,2 Billionen Litern. Das zusätzliche Schmelzwasser kann niedrige Wasserstände während trockener Sommer derzeit noch teilweise ausgleichen. Mit der schrumpfenden Eisfläche nimmt diese Wirkung nach Einschätzung der Fachleute jedoch ab.

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