Grüne drängen auf neuen Anlauf für globales Plastikabkommen

Die Grünen fordern unter anderem das weltweite Auslaufen besonders schädlicher Plastikprodukte und Chemikalien.

Die Grünen fordern die Bundesregierung auf, sich erneut für ein verbindliches weltweites Abkommen gegen Plastikverschmutzung einzusetzen. Deutschland solle gemeinsam mit anderen Staaten Mindestanforderungen für die nächsten UN-Verhandlungen festlegen, heißt es in einem am Donnerstag vorgestellten Antrag im Deutschen Bundestag.

Bundesumweltminister Carsten Schneider soll sich nach dem Willen der Fraktion persönlich an den Verhandlungen beteiligen. Die Grünen fordern unter anderem das weltweite Auslaufen besonders schädlicher Plastikprodukte und Chemikalien, strengere Vorgaben für das Produktdesign und eine Verringerung der Produktion von neuem Plastik aus fossilen Rohstoffen.

Hintergrund ist die stark gestiegene weltweite Kunststoffproduktion. Sie nahm von 234 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf 460 Millionen Tonnen 2019 zu, während 353 Millionen Tonnen Plastikabfall anfielen, heißt es im Global Plastics Outlook der OECD. Nur neun Prozent des Plastikabfalls wurden tatsächlich recycelt. Rund 22 Millionen Tonnen Kunststoff gelangten 2019 in die Umwelt.

Ohne zusätzliche Maßnahmen dürfte sich das Problem weiter verschärfen. Der weltweite Plastikabfall könnte bis 2060 auf mehr als eine Milliarde Tonnen steigen und sich damit gegenüber 2019 fast verdreifachen, schätzt die OECD. Nach dem Basisszenario würden dann weiterhin nur etwa 17 Prozent recycelt.

Die UN-Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen waren im August 2025 in Genf ohne Einigung zu Ende gegangen. Sollte auch ein neuer Anlauf scheitern, wollen die Grünen ein internationales Abkommen mit einer „Koalition williger Staaten“ vorantreiben.

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