Mexiko will weniger US-Erdgas

Mexiko will seine Abhängigkeit von US-Erdgas verringern und die staatlichen Energiekonzerne stärken. Gleichzeitig wächst der Druck aus Washington, amerikanischen Unternehmen mehr Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen.

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum.

Mexikos Energiepolitik wird zunehmend zu einem Streitpunkt in den Handelsbeziehungen mit den USA. Die Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum setzt auf stärkere staatliche Kontrolle, eine größere Rolle der Konzerne Pemex und CFE und langfristig auf weniger Abhängigkeit von amerikanischem Erdgas.

Nach einem Bericht der Financial Times drängt die US-Regierung Mexiko zugleich auf zusätzliche Energiegeschäfte mit amerikanischen Unternehmen und höhere Importe von US-Gas. Die mexikanische Regierung bestätigte laufende Handelsgespräche, äußerte sich zu diesen konkreten Forderungen jedoch bislang nicht öffentlich.

Hohe Abhängigkeit von US-Gas

Mexiko ist bei seiner Energieversorgung eng mit den Vereinigten Staaten verflochten. Sheinbaum erklärte Anfang Oktober, rund 75 Prozent des in Mexiko verbrauchten Erdgases kämen aus den USA. Ihre Regierung wolle verhindern, dass diese Abhängigkeit weiter wächst, und setzt unter anderem auf erneuerbare Energien und eine stärkere heimische Gasproduktion.

Gleichzeitig bleibt Mexiko für amerikanische Energieunternehmen ein wichtiger Markt. Auch Projekte, bei denen US-Gas über mexikanische Terminals nach Asien exportiert werden soll, spielen eine wachsende Rolle. Sheinbaum hat solche Vorhaben grundsätzlich bestätigt.

Staatliche Energiekonzerne sollen Vorrang behalten

Innenpolitisch verfolgt Mexiko jedoch einen anderen Kurs als noch nach der Energiereform von 2013. Die Regierungen von Andrés Manuel López Obrador und Claudia Sheinbaum haben die Position der staatlichen Unternehmen Pemex und CFE wieder gestärkt. Private und ausländische Investoren bleiben zugelassen, der Staat soll aber bei Öl, Gas und Strom eine zentrale Rolle behalten.

Die Regierung spricht dabei von „Energiesouveränität“. Gerade deshalb sind Forderungen nach zusätzlichen Geschäftsmöglichkeiten für ausländische Unternehmen politisch sensibel.

Energie wird Teil des Handelskonflikts

Auch Washington kritisiert die Bedingungen im mexikanischen Energiesektor seit längerem. Der US-Handelsbeauftragte beklagt unter anderem Schwierigkeiten amerikanischer Unternehmen bei Geschäften mit Pemex. Ende 2025 hätten sich überfällige Forderungen einiger US-Unternehmen auf mehr als 2,5 Milliarden Dollar summiert.

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