Die Renditen an den internationalen Anleihemärkten sind am Donnerstag gestiegen. Belastend wirkten höhere Ölpreise, anhaltende Inflationssorgen und die Aussicht auf einen steigenden Finanzierungsbedarf der Staaten.
Die Europäische Zentralbank erhöhte ihre drei Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte. Der Einlagenzins steigt auf 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,90 Prozent. Die EZB verwies auf den anhaltenden Inflationsdruck und legte sich nicht auf einen festen weiteren Zinspfad fest.
Am europäischen Bondmarkt stieg die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf rund 3,5 Prozent. Neben der Geldpolitik belastet den Markt der wachsende deutsche Finanzierungsbedarf. Höhere Staatsausgaben und zusätzliche Schulden erhöhen das Angebot an Bundesanleihen und üben damit Druck auf die Kurse aus.
Französische zehnjährige Staatsanleihen rentierten bei rund 4,4 Prozent, italienische Papiere bei etwa 4,4 Prozent und spanische Zehnjährige bei rund 3,9 Prozent. Der Renditeabstand Frankreichs zum Bund blieb damit deutlich erhöht.
Auch in den USA zogen die Renditen an. Zehnjährige US-Treasuries rentierten bei rund 4,95 Prozent, 30-jährige Papiere bei etwa 5,37 Prozent.
Zusätzlichen Druck brachte der Ölmarkt. Brent stieg auf mehr als 107 Dollar je Barrel, WTI auf gut 102 Dollar. Höhere Energiepreise verstärken die Sorge, dass die Inflation länger erhöht bleibt und die Zinsen entsprechend länger auf hohem Niveau verharren.
