Das US-Finanzministerium will das Volumen seiner Liquiditätshilfen für Anleihen mit längeren Laufzeiten (10- bis 20-jährige und 20- bis 30-jährige Laufzeiten) erhöhen, und zwar mindestens um das Doppelte. Das derzeitige maximale Volumen von zwei Milliarden US-Dollar pro Transaktion wird auf mindestens vier Milliarden US-Dollar erhöht.
Das gab das Ministerium am Mittwoch bekannt.
„Die Regierung wird hinsichtlich des langfristigen Endes der Zinskurve nervös und will den Abwärtstrend eindämmen“, sagte Daniel Murray, stellvertretender Chief Investment Officer bei EFG International, der Financial Times (FT).
Robert Tipp, Chief Investment Strategist bei PGIM, sagte der FT, dass die verstärkten Aktienrückkäufe „ein wichtiges Signal an den Markt sind, dass das Finanzministerium über den Ausverkauf im langfristigen Bereich der Zinskurve besorgt ist“.
Finanzminister Scott Bessent hatte vor einigen Wochen in einer ungewöhnlichen Aktion versucht, den Abverkauf der US-Papiere durch eine Stützung des japanischen Yen zu verhindern. Doch die Aktion scheint nicht erfolgreich gewesen zu sein. Der Bondmarkt befindet sich seit Tagen in Aufruhr.
Diese Änderung tritt am 9. September 2026 in Kraft und gilt bis zum Ende des laufenden Refinanzierungsquartals (4. November 2026). Weitere Informationen zum zukünftigen Volumen der Rückkäufe wird das Finanzministerium im Rahmen der nächsten vierteljährlichen Refinanzierungssitzung am 4. November 2026 bekanntgeben.
Die Erhöhung des Volumens der Rückkäufe spiegelt das Bestreben des Finanzministeriums wider, die Liquidität in Sektoren mit längeren Laufzeiten, in denen eine anhaltend starke Nachfrage von Marktteilnehmern besteht, stärker zu stützen. Dies zeigt sich in der hohen Anzahl qualitativ hochwertiger Angebote, die das Finanzministerium regelmäßig im Rahmen von Rückkäufen mit längeren Laufzeiten erhält.
Der Dollar ging sich in den Minuten nach der Ankündigung auf Talfahrt. George Saravelos, Leiter der FX Research bei der Deutschen Bank, veröffentlichte umgehend eine Analyse.: „Das US-Finanzministerium hat vor wenigen Minuten überraschend eine deutliche Erhöhung der Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen angekündigt. Der Dollar schwächt sich ungewöhnlich stark ab.“
Saravelos schrieb, das Finanzministerium müsste mehr Schatzanweisungen ausgeben, um die Reduzierung der Duration am Markt zu finanzieren. Insofern dies die Finanzbedingungen lockert, wäre vermutlich eine gegenläufige Straffung der Geldpolitik durch die Federal Reserve erforderlich. Dies impliziert, dass das Finanzministerium faktisch eine Form des Zinskurvenmanagements übernimmt, die historisch gesehen in der Verantwortung der Zentralbank lag.
Saravelos beschreibt sowohl die Ankündigung des Rückkaufs als auch die frühere US-Ablehnung japanischer Yen-Interventionen als „Zeichen zunehmender Besorgnis der Regierung über den anhaltenden Anstieg der Renditen langfristiger US-Anleihen“. Zusammengenommen, so argumentiert er, spiegeln diese Schritte einen politischen Impuls wider, den die Deutsche Bank erstmals in ihrem sogenannten „Pennsylvania-Plan“ skizzierte – einem Rahmenwerk, das die Bank letztes Jahr veröffentlichte und das den potenziellen Bedarf an finanzieller Repression auf dem US-Anleihenmarkt untersuchte.
„Wir betrachten sowohl die Rückkäufe als auch die Förderung der Nutzung der FIMA-Fazilität für Devisenreserven als subtile Formen der Finanzrepression, die darauf abzielen, den langfristigen Bereich der US-Zinskurve einzudämmen“, schrieb Saravelos.
